Kategorie: Jesus // Inspiration

Psalm 1.1

Wohl dem, der sich nicht von gottlosen Motiven leiten lässt. Der nicht an Gott vorbei lebt. Der  nicht gering schätzt, was ihm wahrhaft Leben spendet. Sondern mit Leidenschaft verfolgt, was Gott sagt.

Der wird ohne Anstrengung und zuverlässig das hervorbringen, wofür er gemacht ist.

Die das nicht tun, hinterlassen letztlich nichts von wahrer Bedeutung. Sie finden kein zu Hause bei Gott und bleiben seiner Familie fremd.

Gott begleitet das Leben aller, die zu ihm gehören. Wer nichts mit ihm zu tun haben will, bleibt ein Rastloser ohne Heimat.

 

nach Psalm 1

Mehr

Gott – aufheben oder wegwerfen?

Beim Thema „Wegwerfen“ gibt es zwei Arten von Menschen. Zum einen die Aufheber, die alles behalten: Zeitungsausschnitte, Bücher, ausrangierte Elektrogeräte. Könnte man ja noch mal gebrauchen. Und es gibt die Wegwerfer, die alles gleich entsorgen: „Die Lampe ist kaputt? Da muss doch doch eh’ schon lange mal was Neues her“. Und zack – ist das Alte entsorgt und das Neue besorgt.  Aufheben oder Wegwerfen – hat beides Vor- und Nachteile.

Wie ist das eigentlich mit Gott? Kann man Gott aufheben? Kann man Gott… wegwerfen? Manchmal stehen Christen im Ruf, eher Aufheber zu sein. Vielleicht weil sie Traditionen bewahren, die der Rest unserer Gesellschaft längst weggeworfen hat.

Wie dem auch sei – Christen sind sich über eines im Klaren: Egal welche Dinge oder gar Menschen ich im Leben durch neue ersetze – ich nehme mich selbst doch immer mit. Ich kann mir selbst nicht entkommen. In allen Höhen und Tiefen meines Lebens bleibe ich selbst immer mittendrin.

Die gute Nachricht ist: Gott ist auch mittendrin. Gott schlägt sich nicht in die Büsche, wenn mein Pfad steinig wird. Gott geht mir auf meinem Lebensweg treu voran, bereitet mich vor, begleitet mich auf Schritt und Tritt. Die Frage an mich ist: Folge ich diesem Gott? Oder möchte ich ihn lieber wegwerfen – weil ich gerne ein anderes Leben hätte?

Der alttestamentliche Anführer Josua hat seinem Volk Israel einmal ins Gewissen geredet und ins Stammbuch geschrieben: „Haltet dem HERRN, euerm Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt“ (Josua 23,8). Josua kannte Höhenflüge und Abgründe des Lebens. Und er hat erlebt, wie Gott immer für ihn da gewesen ist. Deshalb motiviert er sein Volk: Gott ist treu. Folgt diesem Gott nach!

Gott ist treu – das möchte ich heute neu hören. Ihm heute ein Stück weiter auf dem Weg folgen, den er führt. Gott wirft mich nicht weg – und ich will ihn auch nicht wegwerfen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

Mehr

Fromme Sucht

Eine Sucht ist die Jagd nach einer Befriedigung, die mich nicht wirklich erfüllt. Kann man eigentlich nach geistlichen Dingen süchtig werden? Kann man so abhängig werden von frommen Formen, theologischen Themen oder geistlicher Gemeinschaft, dass wesentliche Teile der eigenen Persönlichkeit vernachlässigt werden?

Darf man überhaupt so fragen? Lehrt nicht das Neue Testament, dass alle wahren Nachfolger Christi sich selbst verleugnen (Lukas 9,23), ohne Pause beten (1. Thessalonicher 5,17) und ihre Versammlungen nicht verlassen (Hebräer 10,25)?

Solche Dinge wie Gebet oder Gemeinschaft sind von Gott als Hilfe für das neue Leben seiner Kinder gedacht: Sie sollten uns stützen, um an der Beziehung zu Gott dranzubleiben – selbst dann, wenn wir uns innerlich leer fühlen oder schwach oder ausgebrannt. Aber wir machen manchmal aus der Stütze eine Statue, aus der Gehhilfe einen Kultgegenstand. Fast unmerklich driftet Gott aus dem Mittelpunkt meines Lebens, fast unmerklich werden Gottesdienst, „Stille Zeit“ oder Bibelstunde zur leeren Hülle, fast unmerklich wird das Gute zum Feind des Besten.

Was Gott wirklich für seine Kinder will, formuliert Paulus einmal so: „[Wir können] die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen […] und der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln.“ (2. Korinther 3,18)

Das ist die Wachstumsrichtung des neuen Lebens, das jeder Christ von Gott eingepflanzt bekommen hat. Dazu schenkt Gott Wachstumsförderung durch Gebet, Bibellesen und christliche Gemeinschaft. Diese Dinge sind Gott wichtig – aber sie sind niemals Selbstzweck. Die Abhängigkeit von äußeren Formen kann Wachstum hindern – die Abhängigkeit von Gott selber niemals.

Pflanzen streben immer nach dem Licht – und nicht nach der Gießkanne oder der Packung mit dem Düngemittel. Genauso ist es mit meinem Wachstum als Kind Gottes: Je stärker ich die Begegnung mit Gott, dem Licht meines Lebens suche und seine Herrlichkeit widerspiegele, desto mehr wird meine eigene Persönlichkeit entfaltet, desto mehr lebe ich in meiner tatsächlichen Bestimmung. Es gibt nichts Erfüllenderes.

Wie viel bleibt von meinem Glauben eigentlich übrig, wenn ich alle äußeren Formen einmal wegdenke?

Mehr