Kategorie: Jesus // Inspiration

Vom Versuch, die Welt im Griff zu haben

Menschen können nicht leben ohne Sicherheiten, auf die wir uns im Alltag stützen.

Heute, im 21. Jahrhundert, suchen viele Menschen diese Sicherheit meistens in Wissenschaft und Technik; wir suchen Sicherheit darin, dass wir unserer materielle Welt in den Griff bekommen – von der Kopfschmerztablette bis zur Wettervorhersage.

Für die Menschen in der Antike war das anders; sie suchten Antworten auf die Unsicherheiten ihres Alltags vor allem jenseits dessen, was man sehen und anfassen konnte. Und versuchten, diese unsichtbare Welt in den Griff zu bekommen.

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Gott und der Durst

„Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken!“

Ist das ein unschlagbares Angebot für Freibier auf dem letzten Volksfest? Nein. Hinter diesem Satz steckt viel mehr, Wesentliches. Aber der Reihe nach:

„Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken!“ – das hat Jesus einmal gerufen, und zwar tatsächlich auf einem Volksfest, dem Laubhüttenfest in Jerusalem (Johannes 7, 37). Dieses Fest gab es bereits seit Jahrhunderten, am ähnlichsten ist es vielleicht unserem heutigen Erntedankfest. Das Thema: Dankbarkeit für Gottes Versorgung mit dem, was ich zum Leben brauche.

Mit diesem Fest verbunden ist auch eine Ankündigung des Propheten Sacharja aus dem Alten Testament. Eines Tages, so sagt diese Prophezeiung, werden Menschen aus der ganzen Welt zum Laubhüttenfest nach Jerusalem kommen, um Gott als ihren König zu verehren. Wer das nicht tut, so sagt Sacharja, auf dessen Land wird kein Regen fallen. Der wird – im Bild gesprochen – durstig bleiben.

„Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken!“ – für die Zuhörer damals ist völlig klar, welchen Anspruch Jesus mit diesem Angebot erhebt: Ich bin der, der euch versorgt. Ich bin euer rechtmäßiger König.

Eine krasse Aussage von Jesus. Entsprechend waren damals die Reaktionen. Die Leute fingen an zu diskutieren, wer Jesus wirklich ist. Manche hielten ihn für den von Gott versprochenen Retter, andere für einen Scharlatan. Sein Angebot aber gilt bis heute, auch für mich:

„Wenn du dich an mich wendest,“, sagt Jesus, „dann findest du in mir den, der dich versorgt und der der rechtmäßige König über dein Leben ist. Dann findest du in mir Gott“.

Ich finde: Das ist tatsächlich ein unschlagbares Angebot.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Keine Angst vor heute

Es gibt wenig, das mir so den Tag vermiesen kann wie widrige Umstände. Da will einfach nichts von dem klappen, was ich probiere. Da gibt es ständig Konflikte mit anderen. Und dann vergesse ich noch etwas Wichtiges, etwas Teures geht kaputt und so weiter und so weiter… vielleicht kennen Sie solche Tage. Vielleicht haben Sie heute genau so einen Tag.

So sehr uns solche Tage auf die Nerven gehen – sie sind nichts gegen das, was das Volk Israel im Alten Testament erlebt hat. Beschrieben wird das im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 41: Schon länger stand Israel im ständigen Konflikt mit den umliegenden Völkern. Zahlenmäßig weit unterlegen, erlebten sie Tag für Tag Hass und Ablehnung, wurden in Konflikte verwickelt und offen mit Angriffen bedroht.

In dieser Situation richtet der Prophet Jesaja eine Nachricht von Gott aus.

Wenn ich mich in die Situation des Volkes Israel hineinversetze, hätte ich mir gewünscht, dass Gott die Widrigkeiten einfach beseitigt. So etwas sollte für einen Allmächtigen doch eigentlich kein Problem sein: Die Konflikte hören auf, die Feinde sind schlagartig friedlich, es herrscht von einem Augenblick auf den anderen Harmonie.

Aber Gott lässt seinem Volk nicht ausrichten, dass er die widrigen Umstände wegnehmen wird. Gott sagt seinem Volk etwas anderes, nämlich: Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst. Fürchte dich nicht, ich helfe dir!

Gott ändert die Umstände nicht, aber er ändert die Überzeugung des Volkes, in ihren widrigen Umständen alleine zu sein. „Ich bin bei euch“, sagt Gott, „ich nehme euch an die Hand wie ein guter Vater sein Kind an die Hand nimmt, wenn es unübersichtlich und bedrohlich wird“. Und er verspricht ihnen für die Zeit nach der Krise: „Du wirst fröhlich sein über den Herrn und wirst dich rühmen des Heiligen Israels“.

Ich nehme aus dieser Geschichte für mich mit: Gott lässt seine Menschen auch an schwierigen Tagen nicht alleine, sondern nimmt sie an der Hand. Das macht mir Mut für das, was heute vor mir liegt. Auch für den Fall, dass es ein Tag der widrigen Umstände werden sollte.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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