Kategorie: Jesus // Inspiration

Krisenfeste Gelassenheit

Sind Sie ein gelassener Mensch?

Ich meistens schon – jedenfalls dann, wenn ich mein Leben im Griff habe. Aber ich erlebe immer wieder Situationen, da ist es umgekehrt: Mein Leben hat mich im Griff. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die meine Gelassenheit zunichtemachen. Komplikationen beim Zahnarzt zum Beispiel, oder eine große Autoreparatur.

Wenn ich ehrlich bin, beruht meine Gelassenheit in Wahrheit oft auf einem Gefühl der Kontrolle über mein Leben. In Situationen, in denen ich die Kontrolle verliere, ist es dann auch schnell vorbei mit meiner Gelassenheit. Und ich frage mich: Wie bekomme ich eine echte, krisenfeste Gelassenheit?

Es gibt eine sehr bekannte Geschichte in der Bibel, in der ein junger Mann über Nacht die Kontrolle über sein Leben verliert. Sein Name ist Daniel.

Daniel zieht sich den Neid der falschen Leute zu, die am Hof des Königs prompt eine Intrige gegen ihn anzetteln. Daniel wird zum Tod verurteilt und den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

Ich finde, mehr Kontrollverlust geht nicht. Aber die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung:

Eine ganze Nacht verbringt Daniel in der Grube bei den Löwen – und klettert am nächsten Morgen unversehrt ans Tageslicht. Dem überraschten König erklärt er: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten (Daniel 6,23).

Von Daniel kann ich etwas Wichtiges über Gelassenheit lernen:

Es gibt Situationen, da kann ich die Kontrolle über mein Leben nicht durch Willenskraft festhalten. Aber wenn ich dann die Kontrolle über mein Leben aus der Hand gebe, dann liegt sie immer noch in den Händen Gottes.

Wenn Gott Daniel einen Engel schickt kann, um Löwen das Maul zu stopfen – dann kümmert er sich auch um mein Leben. Ich muss nicht mehr alles krampfhaft unter Kontrolle haben. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott niemals die Kontrolle verliert. Ich darf heute wahrhaft gelassen leben!

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Gott spielt auch mit Schmuddelkindern

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ – ein sprichwörtlicher Ratschlag. Vielleicht haben Sie das als Kind mal von ihren Eltern gehört. Ich glaube: Das Schmuddelkinder-Denken ist nicht nur überfürsorglichen Eltern zu eigen. Das Schmuddelkinder-Denken steckt in uns allen drin.

Schmuddelkinder-Denken – das bedeutet, einen anderen Menschen links liegen zu lassen, wenn er oder sie nicht tugendhaft genug erscheint. Jemanden zu ignorieren, wenn er nicht so ist, wie man sein sollte: Sauber, ordentlich, pünktlich, fleißig, korrekt.

Natürlich ist gegen Sauberkeit und Ordnung nichts einzuwenden. Schmuddelkinder-Denken beginnt aber dann, wenn ich aus der Bewertung eines Verhaltens ein Grundsatzurteil über den ganzen Menschen mache. Fast jedes Vorurteil und jede Diskriminierung in einer gutbürgerlichen Gesellschaft entsteht durch Schmuddelkinder-Denken: Sinti und Roma klauen, Obdachlose saufen, Reiche sind rücksichtslose Egoisten. Das alles ist Schmuddelkinder-Denken.

Es gab und gibt Leute, die ihr eigenes Schmuddelkinder-Denken sogar auf Gott übertragen. So wie dieser Mensch sich verhält – damit will Gott nichts zu tun haben. Das ist doch Sünde! Das ist doch ein Sünder! Sollen gottesfürchtige Menschen nicht Abstand halten von Sündern? Hält Gott selbst nicht Abstand von Sündern?

Falsch, sagt Jesus – das Gegenteil ist richtig. In einer heißen Diskussion mit frommen Leuten, die randvoll waren mit Schmuddelkinder-Denken, hat Jesus einmal erklärt: Im Himmel wird mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren (Lukas 15,7).

Soll heißen: Im Gegensatz zu manchen frommen Menschen hält Gott keinen Abstand von Sündern. Er sieht, dass auch hinter dem sündigsten Verhalten ein Mensch steckt, der Gott sucht und Gott verzweifelt nötig hat.

Gott spielt auch mit den Schmuddelkindern.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Psalm 1.1

Wohl dem, der sich nicht von gottlosen Motiven leiten lässt. Der nicht an Gott vorbei lebt. Der  nicht gering schätzt, was ihm wahrhaft Leben spendet. Sondern mit Leidenschaft verfolgt, was Gott sagt.

Der wird ohne Anstrengung und zuverlässig das hervorbringen, wofür er gemacht ist.

Die das nicht tun, hinterlassen letztlich nichts von wahrer Bedeutung. Sie finden kein zu Hause bei Gott und bleiben seiner Familie fremd.

Gott begleitet das Leben aller, die zu ihm gehören. Wer nichts mit ihm zu tun haben will, bleibt ein Rastloser ohne Heimat.

 

nach Psalm 1

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