Kategorie: Leiten // Veränderung

Fundamental

Vor ein paar Jahren musste ich unsere Terrasse erneuern. Die Natursteinplatten verschoben sich gegeneinander wie Eisschollen in der Arktis, und nicht selten drohten Gäste bei einem falschen Tritt mitsamt einer Platte den steilen Hang neben der Terrasse hinabzustürzen.

Ich entschied: die Fundamente für die neue Terrasse lege ich in Eigenarbeit. Löcher bis in eine frostsichere Tiefe graben, den harten Lehmboden ausheben, die Betonfundamente gießen. All das war viel härter, als ich es vorher erwartet hatte. Es wäre so viel leichter gewesen, es mit den Fundamenten nicht so genau zu nehmen. Aber ich weiß auch: Wir hätten dann nicht lange Freude an der neuen Terrasse gehabt.

Heute denke ich nicht mehr oft über die Plackerei mit den Fundamenten nach. Aber ich profitiere davon, jeden Tag. Und meine Familie und unsere Gäste auch. Es lohnt sich eben, die Sache mit den Fundamenten ernst zu nehmen. Beim Bauen einer Terrasse genauso wie mit dem Leben. Jesus hat das einmal so verglichen:

Wer meine Worte hört und danach handelt, gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut.

Sich nach dem richten, was Jesus sagt, ist nicht immer einfach. Es ist manchmal härter, als ich es vorher erwartet hätte. Aber ich profitiere davon, jeden Tag. Und das können Sie auch!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Ein bisschen Freude

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland oft ziemlich gut ab. Wirtschaftskraft, Wohlstand, Sicherheit, Gesundheitssystem – die meisten Menschen in anderen Ländern können von den Lebensumständen nur träumen, an denen wir uns in Deutschland freuen können.

Tun wir aber meistens nicht. Denn für eins sind wir als Deutsche eher nicht so bekannt: Für überschäumende Freude. Höchstens, wenn Jogi Löw und seine Jungs die Fussball-Weltmeisterschaft gewinnen. (Okay, das war jetzt kein gutes Beispiel.) Und auch in den meisten unserer Kirchen und Gemeinden geht es oft genug eher gesittet, kultiviert und diszipliniert zu.

Dabei haben Gott und Freude ganz viel miteinander zu tun. So haben sie es vor 2 ½ tausend Jahren in Jerusalem erlebt, zur Zeit Nehemias, als es ihnen mit Gottes Hilfe gelungen war, die Stadtmauer wieder aufzubauen. In Nehemia Kapitel 12 Vers 43 wird über die Einwohner Jerusalems berichtet:

Sie waren fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, sodass sich auch die Frauen und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems von ferne.

Ich möchte mir ein Scheibchen von dieser Freude der Einwohner Jerusalems abschneiden. Denn wer im Vertrauen auf Gott durch’s Leben geht, der kann das auch erleben: Von diesem Gott beschenkt werden. Ein guter Grund für ein bisschen mehr spürbare Freude!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Zumutung Verantwortung

Manchmal frage ich mich, warum Menschen überhaupt bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. In der Politik, in der Gesellschaft, in Kirchengemeinden. Kaum macht man was, gibt es Kritik. Macht man nichts, gibt es am Ende auch Kritik.

Und auch der persönliche Anspruch an Verantwortungsträger ist hoch: Mutig sollen sie sein, geradlinig und authentisch, aber auch transparent, kritikfähig und lernbereit. Sie sollen normale Menschen mit Macken sein, aber gleichzeitig bitte keine fehlerhaften Charaktere.

Unser Anspruch an Menschen in Verantwortung ist hoch – und an gläubige Menschen meist noch ein bisschen höher. Ist der Glaube authentisch? Ist da keine Heuchelei? Gibt es wirklich keine Leichen im Keller?

Bemerkenswert, wenn ein Verantwortungsträger in der Bibel so charakterisiert wie Noah im ersten Buch Mose Kapitel 6. Von ihm heißt es:

Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.

„Ohne Tadel“ heißt nicht „ohne Kritik“. Denn viele lachten ihn aus, weil er mitten auf dem Trockenen ein Schiff baute. Und „frommer Mann“ heißt nicht „fehlerfrei“. Die Bibel berichtet später offen über Noahs allzu freizügigen Umgang mit Alkohol.

Nein, das Entscheidende ist dies: Noah „wandelte“ mit Gott. Noah wusste, was Gott von ihm hielt und was Gott von ihm wollte. In der Zwiesprache mit Gott konnte Noah Kritik aushalten und seine eigenen Fehlern verarbeiten.

So eine Zwiesprache mit Gott – die wünsche ich allen, die Verantwortung tragen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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