Kategorie: Leiten // Veränderung

Ermutigungs-Webinar: Führen in der Krise

Führen in der Krise – Ermutigungs-Webinar für Menschen in Leitungsverantwortung 

Deutschland ist im Krisenmodus. Alle Institutionen und Organisationen der Gesellschaft sind betroffen – Konzerne, mittelständische Firmen, Non Profit-Organisationen bis hin zu Vereinen und Kirchengemeinden.

Mittendrin: Wir Führungskräfte. Männer und Frauen, die sich nicht nur Sorgen machen um sich selbst und ihre Angehörigen und ihre Gesellschaft. Sondern die gleichzeitig auch Verantwortung tragen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Organisationen.

Vielleicht sind Sie einer oder eine davon. Dann erleben Sie mit mir zusammen vermutlich gerade: Die üblichen Abläufe und Regeln, Eitelkeiten und politische Rücksichtnahmen sind schlagartig irrelevant geworden. Diese Zeit kennt keine Schönwetterkapitäne. In der Corona-Krise sind wir als Führungskräfte alle gefordert, unseren Mann und unsere Frau zu stehen. Führen geht jetzt nur noch im Krisenmodus.

Und geben wir es zu: Dieser Krisenmodus bringt uns als Führungskräfte an Grenzen. Wir alle sind nicht perfekt. Wir alle werden als Führungskräfte Fehler machen. Ich glaube: Das ist okay. Und ich bin sicher: Niemand von uns steht dieser Situation alleine gegenüber.

Ich lade Sie ein, persönliche Ermutigung zu tanken in diesem 60-minütigen Zoom-Webinar für Menschen in Verantwortung.

Special Guest: Dr. Thomas Becker, Mitglied der Geschäftsführung der ABUS-Gruppe / CTO.

Registrierung: www.erf.de/webinar200622

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Krisenbewältigung – was Kirche jetzt beitragen kann

Ich glaube nur, was ich sehe… besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach… wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht…

Unsere Sprichwörter und Redewendungen haben im Lauf der Jahrhunderte eingefangen und eingefroren, wie wir so sind. Nicht jeder einzelne und immer, aber so im Großen und Ganzen. Die meisten von uns sind meistens so:

  • Wir tun uns leichter mit Fakten und Tatsachen, die wir selbst sehen können, als mit dem, was wir nicht sehen können.
  • Wir wählen eher, was schnell und einfach zu haben ist, als die langfristige und nachhaltige Lösung.
  • Wir sind gut im Kümmern um unsere eigenen Interessen und vergleichsweise zögerlicher darin, das zu tun was anderen hilft.

Die Coronavirus-Pandemie ist auch deshalb eine so große Herausforderung für die ganze Gesellschaft, weil sie uns abverlangt, gegen diese drei psychologischen Grundmuster unserer Natur zu handeln:

  • Jetzt müssen wir umgehen mit einer Bedrohung, die wir nicht sehen und spüren können (jedenfalls solange wir nicht infiziert sind).
  • Jetzt müssen wir uns über viele Monate immer wieder gegen die Erfüllung unmittelbarer Wünsche entscheiden, um die Pandemie langfristig zu besiegen.
  • Jetzt müssen wir unsere Interessen als Einzelne zurückstellen und unser Verhalten danach ausrichten, was der Gemeinschaft einen Vorteil bringt.

Rechnen mit dem Unsichtbaren, Vertröstung auf das gute Leben zu einem späteren Zeitpunkt, Zurückstellen von Eigeninteressen zugunsten der Anderen… sind das nicht eigentlich genau die Tugenden, die dem christlichen Glauben von der Religionskritik des 19. Jahrhunderts immer wieder zum Vorwurf gemacht wurden?

Fakt ist, dass wir uns als ganze Gesellschaft konsequent in Richtung Diesseitigkeit, Instant Gratification und Individualismus bewegt haben. Nun wird sich zeigen müssen, wie gut wir darin sind umzulernen – unseren sprichwörtlichen psychologischen Grundmustern zum Trotz.

Ich hoffe, dass gerade Christen und ihre Gemeinden und Kirchen zu diesem Umlernen jetzt einen wichtigen Beitrag leisten können. Nicht mit moralisierender Belehrung oder arroganter Besserwisserei, aber mit 2.000 Jahren Erfahrung in den Tugenden, die wir als ganze Gesellschaft jetzt brauchen.

Sie können das aber nur, wenn sie sich nicht an der Frage aufreiben, wann sie ihren gewohnten Gottesdienstbetrieb endlich wieder aufnehmen können. Alles auf diese eine Frage zu fokussieren – das wäre am Ende auch nur eine andere Spielart der Fokussierung auf das Sichtbare, das Kurzfristige und das eigene Interesse.

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Corona: Warum wir kein Gefühl für die Gefahr haben

Die Corona-Krise nimmt vielen jedes Zeitgefühl. Welcher Wochentag ist heute? Wer in Quarantäne zu Hause ist, oder in Kurzarbeit, oder im Home Office, muss da oft erstmal nachdenken. Ohne Einkaufen, Kino und Gottesdienstbesuch verschwimmen für viele die Tage ineinander.

Was gravierender ist: Auch für den zeitlichen Verlauf der Krise verlieren wir schnell jedes Gefühl. Das liegt an der notwendigen medialen Dauerthematisierung, an der kontraproduktiven medialen Daueralarmierung im Stundentakt, und an der e-Funktion.

An was?

Der e-Funktion. In der Krise zeigt sich die vom Lehrer früher verzweifelt behauptete Nützlichkeit des Mathematikunterrichts. E-Funktion bedeutet „exponentielles Wachstum“ – im Gegensatz zu einer gleichmäßigen, „linearen“ Entwicklung. Etwas wird nicht nur nach und nach immer mehr (das wäre linear), sondern es wird immer schneller und schneller immer mehr (das bedeutet exponentiell).

Für lineares Wachstum haben die meisten Menschen ein Gefühl, das lernen schon Kinder, wenn sie das erste Mal eine Kanne kippen, um Wasser einen Becher zu füllen. Für exponentielles Wachstum aber haben wir Menschen keinerlei Gefühl.

Selbsttest gefällig?

Wenn du heute einen Schritt vor die Tür gehst, und morgen zwei, übermorgen vier und dann immer so weiter, jeden Tag doppelt so viele Schritte wie am Vortag – wie weit würdest du heute in vier Wochen laufen?

Antwort: Soweit, dass du unseren Planeten sechs Mal umrunden könntest.

Ich sag’s ja: Wir Menschen haben keinerlei Gefühl für exponentielle Entwicklungen.

Und das gilt auch in der Corona-Krise. Vor zwei Wochen, am 20. März, habe ich folgenden Screenshot von „Zeit Online“ zur Ausbreitung von Corona in Deutschland gemacht:

Knapp 19.000 bestätigte Infektionen, 50 Tote. Schlimm, habe ich damals gefühlt. Und gewusst: Es wird immer schneller und schneller immer schlimmer werden, wenn wir nichts unternehmen. Die e-Funktion eben.

Um mir das selbst vor Augen zu führen, habe ich damals den Screenshot gemacht, und heute, zwei Wochen später, wieder einen. Hier ist er:

Über 90.000 bestätigte Infektionen, über 1.300 Tote.

Zwischen diesen beiden Screenshots liegen gerade einmal 14 Tage – nur wie ein kurzer Urlaub im Bayerischen Wald (den man zur Zeit nicht machen kann). Und – e-Funktion, du weißt schon – in zwei Wochen reden wir vielleicht über knapp 10.000 Tote, und die Grafik von heute wird uns wie aus einer anderen Zeit vorkommen.

Das ist keine Panikmache, das ist Mathematik.

Und deshalb ärgere ich mich auch sehr über Zeitgenossen, die ihr und unser aller fehlendes Gefühl für exponentielles Wachstum kompensieren, indem sie die Statistik in Frage stellen. Sie bezweifeln, „ob denn alle diese Leute wirklich an Corona gestorben seien“, „ob nicht jedes Jahr an Grippe genauso viele Menschen sterben“, und so weiter und so weiter.

Freunde, so viele Gründe ihr auch immer benennt, warum ihr die Statistik an der einen oder anderen Stelle bezweifelt, ob ihr im ein oder anderen Detail Recht habt oder nicht – ihr kommt am Ende an der e-Funktion nicht vorbei. Und die bestimmt am Ende die Dynamik, ganz egal was ihr euch vorstellen oder nicht vorstellen könnt.

Mathematik nimmt auf Gefühle eben keine Rücksicht, und deshalb hört bitte damit auf, die Corona-Gefahr mit linearen Entwicklungen wie der Unfallstatistik oder Abtreibungszahlen oder was auch immer sonst euch bewegt zu vergleichen.

Solange es noch keinen Impfstoff gibt und nicht 60-70% eurer Freunde und Familien Corona bekommen und überstanden haben, solange haben wir ohne Schutzmaßnahmen exponentielles Wachstum.

Und das bedeutet: In zwei Wochen werden wir uns die Grafik von heute zurückwünschen.

Deshalb bleibt diszipliniert, folgt dem Konsens der Epidemie-Fachleute, lasst euch von Abweichungen in Details nicht irre machen und von effektheischenden Schlagzeilen („Jetzt steht für Deutschland alles auf dem Spiel“, WELT Online) nicht in Panik versetzen.

Und verankert eure innere Hoffnung dort, wo sie festen Grund findet.

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