Spiegel Online berichtet in „Gott muss wütend sein“ über ein neues Buch des Schriftstellers Shalom Auslander. Es heißt „Eine Vorhaut klagt an“, und darin verarbeitet er seinen Versuch, sich von seinen traditionellen religiösen Wurzeln zu lösen und „Gott loszuwerden“, wie er das nennt.
Wie viele Menschen bringt Allander die Existenz Gottes und den Zustand unserer Welt nicht zusammen. Auf die Frage, was wäre wenn Gott tatsächlich nicht existiert, gibt er eine sehr interessante Antwort: „[Wenn Gott nicht existiert…] – das wäre die gute Nachricht. Die schlechte wäre, dass die Welt dann nicht nur böse, sondern auch sinnlos ist. Man kann Gott aus dem Bild entfernen, aber der Schrecken bleibt.“
Als Christ komme ich zu einem ganz ähnlichen Schluß: Auch wenn ich Gottes Handeln in unserer Welt nicht im Letzten verstehe und mit manchem ringe – wenn ich Gott aus dem Bild entferne, wird die Welt dadurch nicht besser.
Es gibt letztlich nur einen, zu dem ich mit diesem Hinterfragen kommen kann – der Gott, den ich nicht verstehe.
Das klingt zunächst paradox, aber auch Allander scheint das irgendwie zu ahnen. Frage: „Wie ist Ihr Verhältnis zu Gott?“ – Allander: „Wir diskutieren weiter…“
