Renaissance der Hoffnung

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(Predigt im ERF Gottesdienst am Ostersonntag 2024)

Renaissance. Wiedergeburt. So nennen Historiker seit dem 19. Jahrhundert die Zeit, in der in Europa das Mittelalter endet und etwas Neues beginnt. Eine neue Zeit. Die Neuzeit.

Renaissance, das sind etwa die Jahre zwischen 1420 und 1600, in denen die Werke der Römer und Griechen wieder entdeckt werden. Nach so vielen dunklen Jahrhunderten kehrt ein Stück vom Glanz der Antike zurück.

Und das hat massive Konsequenzen, bis heute.

Die Renaissance ist eine Revolution des Geistes, eine Wiedergeburt der Hoffnung. Wo sich Menschen der Macht der Könige und der Macht der Kirche wie einem unveränderlichen Naturgesetz gegenübersahen, entstehen neue Denkmöglichkeiten. Wo bisher schon bei Geburt eines Menschen fast alles feststand, was er oder sie von dieser Welt erwarten und für das Leben hoffen konnte, entsteht neue Hoffnung.

Mit der Renaissance erlebt Europa in weniger als nur 200 Jahren einen bis dahin nie dagewesenen Aufbruch. In Kunst und Kultur. In Mathematik und Astronomie. In der Philosophie – und auch in der Art und Weise, wie Menschen über Gott und die Welt und ihren Glauben denken.

Renaissance, das sind Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael. Zum ersten Mal sehen Menschen auf Gemälden in der damals brandneuen Zentralperspektive: So, wie wir sie auch mit unseren eigenen Augen sehen würden, wären wir an Ort und Stelle, den das Gemälde zeigt.

Renaissance, das sind Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei und Johannes Kepler. Zum ersten Mal verstehen Menschen, wie sich Sonne, Mond und Sterne bewegen. Und wie viel größer unsere Schöpfung wohl sein muss als eine Handvoll Königreiche unter Gottes Gnaden auf einer gezeichneten Landkarte.

Renaissance, das sind Martin Luther und Erasmus von Rotterdam. Zum ersten Mal glauben Menschen, dass sie ihren eigenen Fragen zutrauen dürfen, sie zur Wahrheit über Gott und die Welt zu führen.

Nie wieder haben wir die Welt so gesehen wie vor der Renaissance. Ihre Spuren besichtigen wir heute in unseren Museen. Vieles, was in der Renaissance revolutionär war, ist für uns heute in der Neuzeit längst selbstverständlich geworden. So selbstverständlich, dass wir uns gar nicht vorstellen können, es sei jemals anders gewesen.

Heute, in dieser Osterpredigt, möchte ich dich mitnehmen auf eine Reise zu einer anderen Art von Renaissance. Zu einer Wiedergeburt, die eine Renaissance der Hoffnung ist.

Eine Renaissance, in der auch der verdunkelte Glanz einer verlorenen Welt aufstrahlt. Eine Renaissance, die eine neue Zentralperspektive auf unsere Welt eröffnet – eine Perspektive von Christus und von seiner Auferstehung her. Ein noch nie dagewesener Aufbruch. Die ersten Momente einer neuen Welt. Die Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit. Die Teilhabe an einem neuen Leben.

Wir beginnen diese Reise im letzten Moment einer alten Welt – in einem engen, staubigen, verschlossenen Raum irgendwo im antiken Jerusalem…

Der erste Moment einer neuen Welt

Wir wissen von diesem Raum aus dem Johannesevangelium. Dort lese ich in Kapitel 20, Vers 19 bis 21:

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Für die Jünger ist nicht nur dieser Raum versperrt, in dem sie sich verschanzen. Sondern auch ihre Zukunft: Jesus, ihr Meister ist hingerichtet. Die Mission ihres Lebens, für die sie drei Jahre lang ausgebildet worden waren, ist gescheitert. Alles hatten sie hinter sich gelassen, um ihm, Jesus, zu folgen. Und nun haben sie nichts mehr. Nichts mehr, für das es sich zu leben lohnt. Niemanden mehr, dem es sich zu folgen lohnt. Da ist nur noch der versperrte Raum. Und ihre Furcht vor denen da draußen.

Es ist den Jüngern nicht bewusst, aber: Dieser Moment ist der letzte Moment einer alten Welt. Der Moment, in dem eine neue Welt in ihre alte Welt hinein bricht. Jesus kommt. Und das macht den letzten Moment ihrer alten Welt zum ersten Moment einer neuen Zeit. Einer neuen Welt.

Es ist die Wirklichkeit des auferstandenen Christus, die ihre alte Welt in eine neue Welt verwandelt:

Wo sich die Jünger verbarrikadieren in ihrem Schmerz und ihrem Scheitern, da kommt Jesus – und spricht ihnen seinen Frieden zu.

Wo die Jünger die anderen da draußen fürchten, die von denen sie sich bedroht fühlen, da kommt Jesus – und sie werden froh.

Wo die Jünger keine Perspektive haben für ihre Zukunft, da kommt Jesus – und gibt ihnen eine neue Sendung. Und damit auch einen neuen Sinn: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“

Diese Verwandlung ist ein bisschen wie bei einem Umzug: Ich wohne noch in der alten Wohnung, in den Räumlichkeiten, die mir seit Jahrzehnten wohlvertraut sind. Aber ich werfe schon einen Blick in die neuen Räume. Der Vertrag ist unterschrieben, der Umzug ist geplant, der erste Moment der neuen Welt hat schon begonnen. Ja, es sind noch viele Kisten zu packen, und in den gemieteten Transporter zu laden, und die Treppen hinaufzutragen, und auszupacken. Aber die Suche ist zu Ende, der Beginn einer neuen Zeit ist nicht aufzuhalten. Und was ich heute noch neu und fremd empfinde, wird bald ganz selbstverständlich mein Lebensmittelpunkt sein.

Christen leben gleichzeitig in den letzten Momenten einer alten Welt – und im ersten Moment einer neuen. Die Auferstehung von Christus ist eine Renaissance der Hoffnung – ein neuer Friede, eine neue Freude, ein neuer Sinn.

Und das ist erst der Anfang. Die Auferstehung von Christus holt die Jünger nicht nur aus ihrer momentanen Sackgasse heraus. Sie bewirkt viel mehr. Sie eröffnet ihnen die Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit…

Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit

So wird es viele Jahre später im Rückblick beschrieben, in einem grundsätzlichen theologischen Fazit, das wir weiter hinten im Neuen Testament finden, im 1. Petrusbrief, Kapitel 1. Dort steht (1. Petrus 1,3):

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten…

Zunächst: Um wen geht es hier? Auf wen bezieht sich das „uns“ in diesem Vers? Der Kontext macht klar: Hier geht es um alle, die Jesus Christus nachfolgen. Die ihm vertrauen. Nachvollziehbar.

Und dann kommt etwas, das ich umso unvorstellbarer und großartiger finde, je länger ich darüber nachdenke. Denn es heißt in unserem Vers weiter: „Gott hat euch durch die Auferstehung Christi wiedergeboren…“, Gott verknüpft also das, was mit Christus passiert – Auferstehung von den Toten – mit etwas, was mit Christinnen und Christen passiert: Eine neue Hoffnung. Ein neues Leben. Eine neue Wirklichkeit.

Dieses Verknüpfen der Auferstehung von Christus und einer neuen Wirklichkeit für alle, die Christus vertrauen, entzieht sich unserer menschlichen Verfügung. Es ist nicht naheliegend oder zwingend. Gott müsste das nicht tun. Und ich – ich kann es nur hören und darüber staunen und darüber Gott loben, so wie es der Autor in diesem Vers tut. Denn so unverfügbar diese Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit für uns Menschen auch ist, so gravierend sind die Konsequenzen dieses Geschenks Gottes für unser Leben.

Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung“ heißt nämlich in der Konsequenz: Unser Leben im Hier und Jetzt ist nicht das einzige Leben, das wir haben. Gott hat uns ein neues, ein anderes, ein weiteres Leben geschenkt.

Wäre das alles, was ich in meinen maximal 80 oder 90 Lebensjahren jemals sehen, anfassen, denken, genießen, erleben kann – muss ich dann aus diesem einen, einzigen Leben nicht alles herauspressen, was geht? Muss ich dann nicht alles festhalten, worauf ich jemals meine Hände lege? Muss ich dann nicht um alles bangen, was ich im Hier und Jetzt habe? Leben manche Menschen nicht genau so?

Aber die Auferstehung von Christus öffnet einen neuen Raum der Möglichkeiten. Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung – das ist die Entfaltung eines neuen Lebens. Mit ungeahnten, weitreichenden Möglichkeiten. Weit über mein Hier und Jetzt hinaus. Weit all das hinaus, was ich in 80 oder 90 Lebensjahren erfahren kann.

Was für eine Perspektive! Weil Christus auferstanden ist, kannst ich Hoffnung haben!

Das ist kein toter Glaubenssatz für die Zeit, wenn ich tot bin. Das ist keine Versicherungsklausel, wo das Kleingedruckte vielleicht irgendwann mal greift. Es ist vielmehr eine lebendige Hoffnung – das heißt: Eine Hoffnung, die das Zeug hat, mein Leben zu verändern. Eine Hoffnung, die jeden Morgen neu und frisch für mich da ist, wenn ich das will. Eine Hoffnung, die mich belebt, auch wenn ich weine, oder trauere, oder frustriert bin. Eine Hoffnung, die mein Leben entfaltet zu Christus hin. Weiter entfaltet, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.

Zu schön, um wahr zu sein? Ich sage: Schön, dass es wahr ist! Und für diese lebendige Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit gibt Gott eine Garantieerklärung. Im 1. Korintherbrief schreibt der Apostel Paulus (1. Korinther 6,14):

Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?

Wisst ihr nicht…?“, fragt Paulus hier. „Wisst ihr nicht?“, das signalisiert im Neuen Testament immer einen Rückgriff auf „Basics des Glaubens“. Auf etwas ganz Grundlegendes, Nichtverhandelbares, auf eine Wahrheit, die vor Gott gilt, ohne Sternchen und Kleingedrucktes.

Und diese Wahrheit ist: Wer Christus vertraut, gehört untrennbar zu Christus. So untrennbar, als wäre der eigene Körper ein Körperteil von ihm. „Eure Leiber sind Glieder Christi“, so Paulus. Daraus leitet er Gottes Garantieerklärung für eine neue Wirklichkeit ab.

Und die geht so: Wenn ihr, die ihr Christus vertraut, untrennbar wie Körperteile mit ihm verbunden seid, wie sollte dann Gott Christus auferwecken – und nicht auch euch? Wäre es nicht absurd, wenn Gott einen Teil von Jesus lebendig macht für eine neue Wirklichkeit – und einen anderen Teil von ihm, nämlich euch, nicht?

Natürlich wäre das absurd, so lese ich Paulus hier unausgesprochen zwischen den Zeilen. Also macht euch keine Sorgen: ihr gehört zu Christus, deshalb gehört ihr in dieselbe Wirklichkeit, in der auch er lebt.

Die Verbundenheit mit Christus geht in der neuen Wirklichkeit Gottes weiter, so wie sie schon in der alten Wirklichkeit – im Hier und Jetzt – besteht. Schließlich hat Jesus seinen Jüngern im Johannesevangelium gesagt (Johannes 15,5):

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

„Wer in mir bleibt und ich in ihm…“ – das gilt im Leben wie im Sterben. In der alten Welt genauso wie in Gottes neuer Wirklichkeit. Niemand, der in Christus bleibt und er und ihm, wird bei dieser Auferstehung zurückbleiben, denn Christus amputiert sich keine Körperteile. Wenn Christus aufersteht und in der neuen Wirklichkeit Gottes lebt, dann werden auch Sie, wenn Sie mit ihm verbunden sind, eines Tages auferstehen und in der neuen Wirklichkeit Gottes leben. Garantiert.

Diese lebendige Hoffnung können und sollen Sie schon heute haben.

Wenn du an Christus hängst, zieht er dich mit hinein in die neue Wirklichkeit Gottes. Die Auferstehung von Christus ist eine Renaissance der Hoffnung – eine lebendige Hoffnung im Hier und Jetzt über den Tod hinaus. Eine lebendige Hoffnung für eine neue Wirklichkeit.

Und diese neue Wirklichkeit beginnt schon hier und jetzt, das Neue mitten im Alten. Langsam, oft unscheinbar, manchmal zwei Schritte vor und einen zurück. Aber sie beginnt. Denn mit der Auferstehung von Christus beginnt für alle, die ihm nachfolgen, schon hier und jetzt die Teilhabe an einem neuen Leben…

Teilhabe an einem neuen Leben

Paulus schreibt davon etwas weiter vorne im 1. Korintherbrief (1. Korinther 5,15):

Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde […]Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.

Daran zeigt sich, dass ihr bereits im ersten Moment einer neuen Welt lebt, so Paulus: Ihr lebt nicht mehr für euch selbst, sondern für Christus. Auf ihn hin orientiert. Von ihm her geprägt. Wie eine Blüte bei Sonnenaufgang entfaltet sich ein neues Leben zu Christus hin.

Das klingt vielleicht etwas blumig, hat aber ganz handfeste Konsequenzen für den Alltag. Zum Beispiel:

Du hast auf deiner Liste nicht mehr nur deine eigenen Prioritäten, sondern immer häufiger auch die Prioritäten von Christus. Und zwar nicht unter „ferner liefen“, sondern ziemlich weit oben auf der Liste.

Du siehst andere Menschen nicht mehr nur mit deinen eigenen Augen an, bewerten sie nicht mehr nur nach deinem eigenen Urteil (oder Vorurteil). Sondern siehst sie immer häufiger mit den Augen von Christus, bewertest sie immer häufiger so, wie er es getan hat und tun würde.

Du bist als Christ kein Bewunderer von Jesus, kein Fan, keiner der einfach nur auf der „richtigen“ Seite steht. Sondern immer häufiger sein Botschafter, der Versöhnung nicht nur predigt, sondern Versöhnlichkeit lebt. Verkörpert.

Da geht es um Ganzheitlichkeit: Botschafter Christi sein, das heißt nicht nur, die Versöhnung Gottes mit den Menschen biblisch richtig erklären zu können. Sondern mindestens genauso sehr, um Christi willen versöhnlich zu leben mit den Menschen in Ihrem Umfeld. Ich glaube, in unserer zunehmend polarisierten Gesellschaft können wir diese Ganzheitlichkeit gar nicht hoch genug bewerten.

Neue Prioritäten, ein neuer Blick auf Menschen, Versöhnung und Versöhnlichkeit – all das passiert in Leben von Christinnen und Christen nicht über Nacht.  Aber immer wieder. Immer häufiger. Immer mehr. Ganz ehrlich: Manchmal geht das bei mir zwei Schritte vor und einen zurück. Aber die Richtung ist klar: „Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden“. Wer Christus vertraut, wer ihm nachfolgt, und manchmal vielleicht auch hinterher stolpert – dem eröffnet Christus die Teilhabe an einem neuen Leben. An seinem neuen Leben. Eine Teilhabe, die mit der Auferstehung von Christus vor 2.000 Jahren beginnt – und die mit deiner und meiner Auferstehung eines Tages vollkommen werden wird.

Die Auferstehung von Christus ist der Dreh- und Angelpunkt dieses neuen Lebens, deshalb ist sie auch ein Dreh- und Angelpunkt für unsere Theologie. Für unsere Idee davon, wer Gott ist, und was die neue Welt Gottes bedeutet, und was Glaubens ist. Deshalb wird die Auferstehung in theologischen Diskussionen manchmal zum Lackmustest und zur Gretchenfrage: Glaubst du auch an die Auferstehung von Christus? Leiblich? Wahrhaftig? So richtig?

Ich glaube, dass Christus wahrhaftig auferstanden ist, so dass man das mit dem Smartphone aufnehmen und auf YouTube posten können, wenn es vor 2.000 Jahren Smartphones oder YouTube schon gegeben hätte. Ich glaube aber auch: Die Auferstehung von Christus ist untrennbar verbunden mit der Teilhabe an einem neuen Leben. So wie ich Jesus in den vier Evangelien wahrnehme, geht es ihm nicht um Formeln oder Formulierungen, sondern um Früchte.

Jesus fragt dich und mich:

Hast du eine lebendige Hoffnung?
Sind meine Prioritäten auf deiner eigenen Prioritätenliste? Vielleicht sogar weit oben?
Siehst du andere Menschen mit meinen Augen an und bewertest sie so, wie ich es tun würde?
Bist du ein Botschafter meiner Versöhnung – und verkörperst du meine Versöhnlichkeit?
Wächst du immer mehr in diese Teilhabe an einem neuen Leben hinein?

Ich kann hier nur für mich selbst sprechen, aber mich locken solche Fragen aus der Reserve. Wecken in mir eine Sehnsucht nach so einem Leben. Wenn die Auferstehung von Christus normalen Menschen eine Teilhabe schenkt an einem neuen Leben, das so aussieht – dann will ich das haben. Dann will ich nicht nur „Jesus gut finden“. Dann will ich ein Teil dieses neuen Lebens sein.

Christen sind nicht Bewunderer von Christus, sondern Teilhaber an einem neuen Leben. Die Auferstehung von Christus ist eine Renaissance der Hoffnung – Aufbruch und Zukunft nicht nur für Christus, sondern für alle, die ihm vertrauen.

Finale

Wir sind jetzt fast am Ende unserer gedanklichen Reise angekommen.

Die Auferstehung von Christus ist eine Renaissance der Hoffnung. Der erste Moment einer neuen Welt – ein neuer Friede, eine neue Freude, ein neuer Sinn. Eine Hoffnung auf eine neue Wirklichkeit – eine lebendige Hoffnung, mitten im Hier und Jetzt und über deinen Tod hinaus. Teilhabe an einem neuen Leben – Aufbruch und Zukunft nicht nur für Christus, sondern für alle, die ihm vertrauen.

Und wir haben gesehen: Christen leben gleichzeitig in den letzten Momenten einer alten Welt – und im ersten Moment einer neuen. Wenn du an Christus hängst, zieht er dich mit hinein in die neue Wirklichkeit Gottes. Christen sind nicht Bewunderer von Christus, sondern Teilhaber eines neuen Lebens.

Wenn du die Auferstehung von Christus akzeptierest, dich auf diese Renaissance der Hoffnung einlässt – dann wird dein Leben und deine Welt nie wieder so sein wie vorher. So ähnlich wie bei der Renaissance im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts.

Aber ob du dich auf diese Renaissance der Hoffnung einlässt – das bleibt dir überlassen. Es gibt keinen zwingenden Grund, der dirn keine andere Wahl lassen würde. Es gibt keinen unwiderlegbaren Beweis, dem du Folge zu leisten hättest.

Wie schon gesagt: Ich persönlich glaube, dass die Auferstehung von Christus ein Ereignis in Raum und Zeit gewesen ist Aber bei allen biblischen Indizien und historischen Belegen bleibt die Auferstehung von Christus für uns heute, in diesem Moment, immer eine Vertrauensfrage. Eine Glaubensfrage. Eine Frage nach deiner und meiner Akzeptanz.

Das war sie auch für Martha.

Martha gehört zu den engsten Freunden von Jesus außerhalb des Jüngerkreises. Oft hat Jesus bei ihr und ihrer Schwester Maria und ihrem Bruder Lazarus in kleinen Dorf Betanien übernachtet. Und bestimmt haben sie dabei immer wieder über Gott und die Welt gesprochen und darüber, wie man mit Hoffnung leben kann.

Eines Tages stirbt Lazarus, und Jesus macht sich auf den Weg zu den beiden übrig gebliebenen, trauernden Schwestern. Als Martha hört, dass Jesus zu ihnen unterwegs ist, läuft sie ihm entgegen. Sie fallen sich in die Arme, sie weinen, und sie sprechen über Hoffnung. Und über Auferstehung. Zuerst über Auferstehung im Allgemeinen, dann über die Auferstehung von Lazarus – und schließlich fordert Jesus Martha heraus:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?

So überliefert es uns das Johannesevangelium  (Johannes 11,25): Martha, glaubst du das?

Martha, glaubst du das? Dass ich der Christus, der Messias, dass ich der Retter bin? Dass mein Tod am Kreuz und meine Auferstehung deinen Blick auf dein Leben und auf dein Sterben für immer verändert? Glaubst du das? Akzeptierst du das? Vertraust du mir?

Wie würdest Du Jesus antworten?

Wie antwortest Du Jesus?

Die Auferstehung von Christus ist der erste Moment einer neuen Welt. Eine lebendige Hoffnung. Teilhabe an einem neuen Leben. Die Auferstehung von Christus ist eine Renaissance der Hoffnung.

Er, Christus, der Herr – er ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

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