Sorgen – die gottlose Simulation

ERF Erschienen als Beitrag in der Sendereihe "Anstoß" auf ERF Plus

Auch wenn ich Sie nicht kenne, auch wenn wir uns nie getroffen haben, weiß ich doch eins über Sie – Sie machen sich Sorgen. Worüber Sie sich Sorgen machen, das ist Ihre Sache. Vielleicht über Ihre Kinder. Über Ihren Job. Über Ihr Ansehen. Oder Ihre Gesundheit. Aber Sorgen – die machen Sie sich sicherlich.
Sorgen sind eine der universellen Tatsachen des Lebens. Sorgen kennen Menschen aus allen Sprachen, Ländern und Kulturen. Junge wie Alte, Arme wie Reiche. Die Mechanismen, mit Sorgen umzugehen, mögen individuell verschieden sein – aber sich Sorgen machen, das tun wir alle als denkende Wesen.
Denn Sorgen setzt das Denken geradezu voraus. Der Mensch ist als einziges Geschöpf zu gedanklichen Zeitreisen in der Lage. Wir können uns bewusst vorstellen, wie unsere Zukunft aussehen könnte. Und genau das ist die Quelle der Sorgen. Sorgen sind eine Simulation. Sie sind der gedankliche Versuch, die noch unbekannte Zukunft in den Griff zu kriegen, zu kontrollieren, eine passende Reaktion für jedes denkbare zukünftige Szenario zu finden, bevor es stattfindet.
Und da die Zukunft ein Land  zahlloser unentdeckter Möglichkeiten ist, ist dieser Versuch  von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und immer eine Erfahrung, die mich unbefriedigt, frustriert oder gar verängstigt zurücklässt.
Als Christ sage ich: Sorgen sind nicht nur einfach eine Simulation. Sie sind auch eine gottlose Simulation. Testfrage: In welchen Ihrer gedanklichen Sorgengebäude kommt Gottes Hilfe und Eingreifen vor? In keinem, oder? Da haben Sie’s.
Wenn es nun aber Gott doch wirklich gibt, und seine Existenz die wichtigste und entscheidende Tatsache des Lebens ist, dann kann alles Sorgen doch nur in die Irre führen. Weil Sorgen automatisch von einer Welt ohne Gott ausgeht. Ich glaube, das ist der Grund, warum Jesus Menschen Mut gemacht hat, mit dem Sorgen aufzuhören. Weil sie keine Kraft haben, die Wirklichkeit zu verändern. Weil sie die Wirklichkeit Gottes systematisch ausblenden. Sorgen sind eine untaugliche, gottlose Simulation für eine Zukunft, die es ziemlich sicher niemals geben wird.
Die bessere Alternative zum Sorgen?
Legen wir unsere unbekannte Zukunft in die Hände eines bekannten Gottes. Ich habe die Erfahrung gemacht: Das muss man immer wieder üben. Üben Sie mit mir?

0 Antwort
  1. Hallo Jörg,
    Michael hatte mir von Eurer Begegnung erzählt und von dem Thema welches Du gerade bearbeitest. Durch David Eißler mit dem ich gerade im ICE nach Berlin fahre habe ich von Deinem Blog erfahren und konnte selber lesen, was Du Michael erzählt hast zum Thema „Sorgen – die gottlose Simulation“ – eine schöne Beschreibung. Heute morgen hatte ich wieder ein schönes Beispiel zum üben: Der Regionalzug nach Münster hatte Verspätung und es war unwahrscheinlich, dass ich den Anschluss nach Hamm erreichen könnte. Dort mit hängender Zunge angekommen zeigte die Anzeige, der Zug habe 5 Minuten Verspätung. Damit war aber der Anschluss zum ICE in Hamm gefährdet. Bei Michael David das Gleiche (mit ihm stand ich per SMS in Kontakt weil wir uns in Hamm treffen wollten und hatten uns dann schon auf den nächsten Zug geeinigt) Dort angekommen zeigte die Anzeige: ICE nach Berlin 5 Minuten später.
    Ich lebe nach dem Motto und meine Lebenserfahrung bestätigt das: 98% aller Sorgen treten nie ein.
    Danke für Deine guten Gedanken.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Üben.
    Liebe Grüße aus dem ICE
    Wolfram

  2. Dagmar Sczesny

    Noch nie hab ich das Thema „Sorge“so nüchtern und griffig erklärt bekommen.Das ist so wirklichkeitstauglich , logisch und hilfreich.Ganz vielen Dank dafür !

  3. Dagmar Sczesny

    Noch nie hab ich das Thema „Sorge“so nüchtern und griffig erklärt bekommen.Das ist so wirklichkeitstauglich , logisch und hilfreich.Ganz vielen Dank dafür !

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