Was christliche Digitalangebote bewegen und woran sie scheitern

„Digitalisierung“ ist in aller Munde. Joachim Stängle bezeichnet sie für die „voraussichtlich letzte Chance der Volkskirchen„. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft der Gemeinde Jesu im kirchengeschichtlichen Horizont nicht von menschlicher Technologie abhängt. Aber es ist für mich schon die Frage, ob eine Kirche (oder Gemeinde oder christliche Organisation) durch ihren Umgang mit Chancen und Risiken der Digitalisierung an Relevanz gewinnt oder an Relevanz verliert. Beides halte ich für grundsätzlich möglich, und deshalb arbeiten wir bei ERF Medien mit Nachdruck daran, unsere Medienangebote wie auch unsere internen Abläufe zu digitalisieren und dann ab 2020 auch baulich in unserem komplett neuen Medienhaus das nächste Kapitel der 60-jährigen Werksgeschichte aufzuschlagen.

In meinen inzwischen fast 20 Jahren Berufserfahrung mit christlichen digitalen Medienangeboten habe ich Beispiele für beides gesehen: Christliche Digitalangebote, die etwas bewegen – und solche, die gescheitert sind. An einigen dieser Projekte – erfolgreichen wie gescheiterten – war ich selbst aktiv beteiligt. Meine ganz persönlichen Erfahrungen und Schlussfolgerungen über Ursachen für Erfolg und Misserfolg christlicher Digitalangebote habe ich zu einem Vortrag auf der Gott@Digital-Konferenz am 15. September 2018 in Darmstadt verarbeitet:

 

 

Wer sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sieht, den möchte ich schon jetzt auf eine Folgekonferenz 2019 hinweisen. Sobald Termin und Ort definitiv feststehen, gibt’s mehr Informationen unter gottdigital.de .

Mehr

Adieu, Reichtum

Ich möchte Sie einladen zu einem Gedanken-Experiment. Stellen Sie sich vor, jemand bekommt sieben Millionen Euro geschenkt. Einfach so. Würde der sich freuen? Ganz bestimmt. Und nun stellen Sie vor, jemand bekommt zehn Millionen Euro – und muss einen Monat später drei Millionen wieder abgeben. Wie würde der sich fühlen?

Die Erfahrung zeigt: Die meisten Menschen denken im Besitzstand. Wenn wir etwas geschenkt bekommen, freuen wir uns – aber schnell wird es für uns selbstverständlich. Und wenn wir es später wieder abgeben müssen, werden wir wütend. Auch wenn es nur geschenkt war.

So ist das mit Reichtum – lesen wir in der Bibel. Zum Beispiel im Brief des Apostel Paulus an den jungen Nachwuchs-Gemeindeleiter Timotheus, den wir im Neuen Testament finden. Paulus rät Timotheus (1. Timotheus 6,7):

Sag allen, die in dieser gegenwärtigen Welt reich sind, sie sollen nicht stolz sein und nicht auf ihr Geld vertrauen, das bald vergehen wird. Stattdessen sollen sie ihr Vertrauen auf den lebendigen Gott setzen, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen, damit wir uns daran freuen und es genießen können.

Für Paulus ist klar: Auch der Reichste verdankt seinen Besitz am Ende Gott. Er darf ihn auf Zeit dankbar genießen. Aber er sollte sein Vertrauen keinesfalls auf Geld setzen statt auf Gott.

Ich nehme für heute mit: Meinen Besitz werde ich irgendwann loslassen müssen – aber der lebendige Gott wird meine Hand für immer festhalten, auch über den Tod hinaus.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

Mehr