75 Milliarden Dollar

Bin bei Spiegel Online über einen Bericht gestolpert, der ein Planspiel zur Rettung des Planeten beschreibt. Eine Reihe Wissenschaftler sollte Lösungen für die folgende Aufgabenstellung vorschlagen:

Sie haben die Möglichkeit, in den kommenden vier Jahren über 75 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe frei zu verfügen. Was tun Sie?

Im Planspiel wurden insgesamt 13 Lösungsvorschläge für die drängensten Menschheitsprobleme erarbeitet; die meisten von ihnen haben mit Armut, Hunger und Bildung in wenig entwickelten Ländern zu tun.

Was mich an dieser Planspiel-Idee fasziniert, ist folgendes: Wir denken und handeln oft mangelorientiert. Wo muss eine Lücke gestopft werden, wo liegt gerade etwas Dringendes an, usw. Da wo wir auf Fragen stoßen, die in die Zukunft gerichtet sind, sehen wir sehr schnell die Grenzen („wer soll das bezahlen?“) – und schon denken wir an dieser Stelle gar nicht weiter. Im Zweifelsfall reagieren wir und bewahren eher den Status Quo als dass wir kühne Träume für die Zukunft träumen.

Wie wäre es, wenn wir in unseren Gemeinden mal ein ähnliches Planspiel durchführen:

Sie haben die Möglichkeit, in den nächsten vier Jahren 1 Million Euro frei auszugeben. Was tun Sie?

Ich schätze, die Antworten dürften relativ schnell unsere Prioritäten offen legen (oder unseren Mangel an Prioritäten offenbaren). Und das ist in jedem Fall eine Chance für die Zukunft – selbst wenn wir die Million niemans zum Ausgeben haben sollten…

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Leiterschaft: Die 20 Gebote der Kommunikation

In unserer Gemeinde führen wir gerade ein intensives Leiterschaftstraining durch. In der letzten Einheit haben wir gemeinsam über Kommunikation und Abläufe in Teams nachgedacht. Die Teilnehmer des Trainings haben dabei ihre Erwartungen an Leiter in 20 Punkten zusammen gefasst. Sehr herausfordernd für alle Leiter – aber klar, offen und ehrlich auf den Punkt gebracht.

Hier sind sie – die 20 Gebote der Team-Kommunikation für Leiter:

  1. Du sollst eine positive Stimmung bei deinen Mitarbeitern verbreiten
  2. Du sollst deine Mitarbeiter loben und wertschätzen
  3. Du sollst deinen Mitarbeitern zuhören und nachfragen
  4. Du sollst zu jedem Mitarbeiter eine Beziehung pflegen
  5. Du sollst für jeden Mitarbeiter jederzeit ansprechbar sein
  6. Du sollst für regelmäßige Gesprächsrunden sorgen
  7. Du sollst dein Team kennen
  8. Du sollst Aufgaben den Gaben entsprechend verteilen
  9. Du sollst positiv motivieren
  10. Du sollst ein Vorbild sein
  11. Du sollst ehrlich sein
  12. Du sollst sagen was du tust und tun was du sagst
  13. Du sollst lernbereit sein
  14. Du sollst konkret und zielorientiert reden
  15. Du sollst freundlich und vertrauensvoll kommunizieren
  16. Du sollst klare Entscheidungen treffen
  17. Du sollst Konflikte nicht ungelöst lassen
  18. Du sollst mit Informationen verantwortlich umgehen
  19. Du sollst dich selbst hinterfragen
  20. Du sollst positiv über deine Mitarbeiter reden

Leiter und Nicht-Leiter: Was denkt ihr? Offen für Kommentare…

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Selig sind die Kritisierten

Es passiert immer wieder. Egal wie sehr ich versuche aufzupassen. Es allen recht zu machen. Irgendwann wird sie aus dem Hinterhalt zuschlagen: Kritik. Manchmal berechtigt, manchmal unfair, manchmal um zu helfen, manchmal um mich klein zu machen.

Besonders wenn sie mir zunächst ungerecht erscheint (und das tut sie fast immer, weil wir Menschen Meister im Selbstrechtfertigen sind), verspüre ich den Wunsch Gott auf meine Seite zu ziehen. So ein bisschen wie David in den Psalmen („Herr zerschmettere diesen Frevler“).

Nachdem dann die erste Welle der Gefühle, Hormone und des Adrenalins abgeebbt ist, stellt sich die viel wichtigere Frage: Wie gehe ich mit dieser Kritik jetzt um? Könnte es sein, dass ich selbst aus unfairer Kritik etwas lernen kann (nicht nur einfach, dass der Kritiker halt ein Stinkstiefel ist)?

Von David Kinnaman habe ich den Satz aufgeschnappt

God is more interested in what’s happening in you than in what’s happening to you.

Ich glaube nicht dass dieser Satz absolut immer und überall richtig ist – bei Kritik aber schon: Selbst die unfairste Kritik ist eine Gelegenheit Gottes, mich weiterzubringen, meinen Charakter und meine Persönlichkeit zu formen, mich mehr so zu machen wie Jesus ist. Wenn ich bei Kritik immer nur in den „Selbstverteidigungsmodus“ schalte – könnte es sein dass ich an vielem Guten vorbeilebe, das Gott mitten in Schwierigkeiten in mein Leben hineinlegen will?

Paulus war davon überzeugt (Römer 8,28), dass „denen die Gott lieben alle Dinge zum besten dienen“. Aber das geschieht nicht automatisch. Ich darf mithelfen. Trainigsmöglichkeiten bietet jeder handelsübliche Alltag ja genug…

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