Glaube und Zweifel

Beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema „Glaube und Zweifel“ – und viele andere anscheinend auch: Auf ein entsprechendes Posting von Scot McKnight antworten rund 100 Leute. Anscheinend ein relevantes Thema bei Christen. Bei meinen Recherchen bin ich über ein witziges Zitat von Kim Engelmann gestolpert, das mich sehr nachdenklich macht:

Viele Menschen am Rand der Kirche zweifeln – und wissen nicht warum.
Viele Menschen in der Kirche glauben – und wissen nicht warum.

Wie kommen wir eigentlich auf die Idee, wir würden bei der Suche nach Wahrheit irgendetwas anders finden als den „Weg, die Wahrheit und das Leben“ – Jesus selbst?

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Instant-Kultur

Bin gestern über einen simplen aber sehr grundlegenden Gedanken von Ken Davis gestolpert: Wenn ich von hier aus zu einem anderen Ort möchte, muss ich dorthin gehen (oder fahren, reisen etc.) – sofortiges „Beamen“ gehört ins Reich der Science Fiction. Und manchmal kann das Dorthin-Gehen bekanntlich sehr anstrengend, nervig und aufwändig sein:

Bevor ich auf dem Gipfel stehe, muss ich den Berg ersteigen.
Bevor ich eine schwarze Piste runterfahren kann, muss ich Skifahren trainieren.
Bevor ich ein geduldigerer Mensch bin, muss ich hart an mir arbeiten (ich zumindest).

Wie kommen wir eigentlich auf die Idee, wir könnten unsere Ziele „einfach so“ erreichen? Warum geben wir eigentlich oft so schnell auf, wenn sich der Weg zum Ziel als anstrengend, nervig und aufwändig herausstellt?

Wir leben in einer Instant-Kultur. Aber nicht in einer Instant-Welt. Gehen geht vor Stehen.

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How do you like my living?

Bin heute morgen hinter einem Krankentransport hergefahren. Hinten ein Aufkleber: „Fahrstil OK?“ und dann eine Telefonnummer. Was doch so alles aus Amerika zu uns rüberschwappt: „How do you like my driving“ auf Deutsch… Ich dachte noch: „Da ruft doch nie jemand an“ – da wechselte der Transporter die Spur ohne zu blinken.  „Welche Nummer ist das nochmal?“ – war eine Zehntelsekunde lang versucht, die Nummer in mein Handy einzutippen und mich zu beschweren.

Was wäre eigentlich wenn das Bodenpersonal Gottes mit einem Aufkleber herumlaufen würde? Lebensstil OK? How do you like my living?

Soweit ich da von mir auf andere schließen darf, gäbe es schon genug Anlässe für meine Mitmenschen, ab und zu zum Handy zu greifen und anzurufen. Die meisten Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wie glaub-würdig Christen leben. Wie gut Anspruch und Wirklichkeit zusammen passen.

Natürlich geht es bei der Nachfolge Jesu nicht in erster Linie darum, möglichst keinen Anstoß zu erregen, äußerlich eine weiße Weste vorzuzeigen, die Anzahl der Beschwerden zu minimieren. Jesus selbst ist da ein gutes Gegenbeispiel. Und doch ist mir oft viel zu selten bewusst, dass ich mein Leben, Gedanken, Entscheidungen, Unterlassungen usw. eines Tages vor meinem Herrn werde verantworten müssen.

Aber sein Anruf ist der einzige, der wirklich zählt.

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