Wer kontrolliert die Zukunft?

Der Mensch ist ein eigenartiges Wesen. Im Unterschied zu allen Tieren kann er sich bewusst an die Vergangenheit erinnern und für die Zukunft denken. Diese Fähigkeit, die Uhr gedanklich zurück oder voraus zu drehen, macht das Menschsein erst möglich: Sich erinnern, lernen, kreativ tätig sein, planen, und vieles mehr.

Aber das gedankliche Zeitreisen hat auch eine Schattenseite: (mehr …)

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Schneise der Demut

Unsere Welt ist voller Angeber. Ich bin der Größte! Ich bin der Klügste! Ich bin der Erfolgreichste! So sind wir Menschen. Deshalb macht diese Angeberei auch vor der Welt des Glaubens nicht Halt, auch wenn ich sie dort besonders unpassend empfinde.

Die Welt des ersten Jahrhunderts nach Christus war da gar nicht so viel anders als heute. Mitten hinein in alle menschlich übliche Angeberei schlägt der Apostel Paulus in einem Brief an seinen Schüler Timotheus eine Schneise der Demut.

Im 1. Timotheusbrief schreibt er:

Diese Botschaft ist absolut zuverlässig und verdient unser volles Vertrauen: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten – und ich bin der schlimmste von ihnen.

Ich bin beeindruckt. Paulus ist zwar vom jungen Timotheus wie von vielen anderen Christen seiner Zeit als bekannter Redner, Macher und Pionier verehrt worden, aber er verweigert sich der Angeberei. Er zeigt weg von sich selbst – und hin zu Jesus Christus. Das Großartige an meinem Leben, sagt Paulus, ist nicht, was ich daraus gemacht habe. Sondern was Jesus daraus gemacht hat.

Nun ist Jesus nicht nur gekommen, um Paulus zu retten, sondern auch Sie und mich. Ich lade Sie ein, der Angeberei heute Widerstand zu leisten und mit Paulus zu sagen: Was auch immer Jesus aus meinem Leben macht  – es ist allein sein Verdienst.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Drei Lehren für Leiter aus Deutschland – Schweden

Was für ein Spiel: Deutschland gegen Schweden in der WM Vorrunde. Was für eine dramatische Ausgangslage: Wenn Deutschland verliert, fliegt „Die Mannschaft“ schon nach der Vorrunde nach Hause, und die Kritik aus der Heimat dröhnt im Hintergrund wie ein Meer von Vuvuzelas. Was für eine Dramatik: Rudy muss mit blutiger Nase vom Platz, Deutschland nach einem Gegentor gegen das schwedische Bollwerk anstürmen, und Boateng mit gelb-roter Karte vom Platz. Erst in der letzten Minute der Nachspielzeit erzielt Toni Kroos mit einem Freistoß für die Geschichtsbücher den Siegtreffer – Erfolg, Erlösung, Genugtuung, alles in einem.

Drei Lehren für Leiter lassen sich für mich aus diesem Drama ziehen:

  1. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Die Mannschaft hatte immer wieder Anlässe, sich selbst aufzugeben – nach dem Gegentor, nach Rudys Ausfall, nach Boatengs Platzverweis, nach Ablauf der regulären Spielzeit. Sie tat es nicht, kämpfte bis zum Schluß und brachte sich so nicht selbst um den späten Erfolg.
  2. Die Kritiker stehen nie auf dem Platz. Ihre Kritik mag voll berechtigt sein oder maßlos überzogen – am Ende des Tages stehen nicht Oli Kahn, Sportjournalisten oder ein Heer deutscher Autofahrer mit Deutschlandfähnchen auf dem Platz. Sie mögen „Hosianna“ rufen oder „Kreuzige ihn“, aber letztlich liegt die Verantwortung bei denen, die selber auf dem Platz stehen.
  3. Fehler diktieren nicht, wer du bist. Toni Kroos leistete sich einen Fehlpass, der zum 1:0 der Schweden führte. Er hätte sich selbst daraufhin auf eine schlechte Bewertung festlegen können. Oder Jogi Löw hätte es tun und ihn auswechseln können. Aber Kroos kämpfte weiter, und auch der Bundestrainer nahm ihn nicht aus dem Spiel. Und so konnte aus „Kroos dem Fehlpassgeber“ später „Kroos der Traumtorschütze“ werden.

Es ist jetzt nach dem Spiel viel von „Initialzündung“ für den weiteren Turnierverlauf die Rede, über eine Rückkehr der Mannschaft zu gewohnter deutscher Fussballnormalität. Für Leiter gehören die drei Lehren zur Leitungs-Normalität, und es ist wichtig, sie sich immer wieder in Erinnerung zu rufen:

Fehler diktieren nicht, wer du bist. Die Kritiker stehen nie auf dem Platz. Und es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

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