Gott wählt keinen ab

„Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von allen anderen Formen, die jemals ausprobiert worden sind“. Das hat Winston Churchill gesagt. Und ich finde, er hat Recht. So garantiert Demokratie zum Beispiel, dass eine Mehrheit der Bevölkerung eine schlechte Regierung aus dem Amt wählen kann.

So abgewählt zu werden – das ist für Politiker meistens hart. Eben noch wurde ihnen vom Wähler Aufgabe und Bedeutung, Macht und Würde verlieren – und nun wird ihnen all das vom selben Wähler wieder entzogen.

Bei Gott ist das anders. Ja, auch Gott gibt Menschen bestimmte Fähigkeiten und bestimmte Aufgaben, die sie in seinem Sinn ausüben dürfen und sollen. Übrigens: Die Bibel nennt solche Fähigkeiten „Gaben“ und solche Aufgaben „Berufung“.

Aber Gott wählt keinen ab, dem er diese Gaben und Berufung verliehen hat. Der Apostel Paulus hat sich das einmal gefragt mit Blick auf sein Volk, das Volk Israel. Hatte Gott seinem Volk die Gaben und die Berufung entzogen, die es viele Jahrhunderte zuvor von Gott erhalten hatte? Nein, sagt Paulus – und begründet seine Antwort im Römerbrief im 11. Kapitel so:

Die Gaben, die Gott gibt und die Berufung, die er ausspricht, bereut er nicht und sie gelten für immer.

Gott wählt keinen ab. Das ist so für Israel. Und das ist so für mich. Und für jeden Menschen, der Gott sein Vertrauen schenkt.

Darauf darf ich mich verlassen, und Sie dürfen es auch: Gott nimmt seine Gaben und seine Berufung nicht zurück. Gott wählt keinen ab.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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