Der christliche Buchmarkt wird überschwemmt von überlebensgroßen Figuren. Pioniere und Visionäre, die alles riskiert und auf eine Karte gesetzt haben, und die von Gott belohnt wurden durch große Baufortschritte am Reich Gottes. Wer erzählt eigentlich die Geschichten der Leute, die alles riskiert haben – und alles verloren haben? Und auch wenn sie jemand erzählen würde – würden wir sie lesen wollen?
Das andere Extrem ist auch nicht besser: Lieber nichts wagen, lieber nichts unternehmen, es könnte ja schief gehen. Jesus hat sich einmal ausdrücklich und sehr klar gegen eine fromme „Risikovermeidungstaktik“ ausgesprochen (kann man in Matthäus 25 nachlesen). Als Deutscher, Christ und Sicherheitsbedürftiger falle ich vermutlich eher auf dieser Seite vom Pferd.
Aber es gibt noch eine Alternative: Mutige Schritte wagen, aber nicht alles riskieren. Kontrollierte Offensive, wie das in der Fussballersprache heißt. Klingt vielleicht nicht so beeindruckend wie die Berichte großer Pioniere. Aber auch nicht so angsteinflößend und abschreckend. Klingt so, als könnte ich das auch schaffen – mit Gottes Hilfe. Und dabei vielleicht ein ganzes Stück mehr von Gottes Handeln erleben, als wenn weiterhin gar nichts wage – oder meine, das halbe Königreich riskieren zu müssen.
Gott ist ein Gott der kleinen mutigen Schritte.
