Zu wem gehörst du?

Zu wem gehörst du? Manchmal werden Kinder das gefragt, von Erwachsenen. Und sie meinen damit: Wer ist dein Vater? Wer ist deine Mutter? Wer ist deine Familie?

Ich glaube, in unserer Zeit der Individualisierung vergessen wir leicht, wie wichtig es für einen Menschen ist, zu jemandem zu gehören. Oft wird uns das erst in einer Situation bewusst, in der wir plötzlich ganz auf uns allein gestellt sind – wenn wir krank sind oder arbeitslos oder in irgendeiner anderen Lebenskrise.

Eine der großen Erzählungen des Alten Testaments ist die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Angeführt durch Mose ziehen die Israeliten durch die Wüste , mit Kind und Kegel, bis zum Berg Sinai.

Dort stellt Gott sie alle vor die Frage: Zu wem wollt ihr gehören? Und er macht dem Volk Israel durch Mose ein Angebot, das kann man nachlesen in 2. Mose 19, 5:

Ihr habt selbst gesehen, was ich Ägypten getan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet von allen Völkern ihr mein Eigentum sein, denn mein ist die ganze Erde.

Gott verfügt also nicht einfach über seine Leute, sondern signalisiert ihnen: Es ist eure Entscheidung: Wenn Ihr auf mich hört, könnt ihr zu mir gehören.

Dieses Angebot Gottes gilt bis heute. Und Gott stellt auch Sie und mich immer wieder vor die Frage: Zu wem gehörst du? Und meine Frage ist: Was antworten Sie ihm?

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Frieden mit dem Schöpfer – Krieg mit der Schöpfung?

„Umweltschutz ist eine Ersatzreligion, die Menschheitsgeschichte zielt doch ohnehin auf einen neuen Himmel und eine neue Erde“ – sagen manche Christen. Ihre Logik klingt zunächst bestechend: Was nützt es dem Menschen, wenn er tagtäglich seine Umwelt in Ordnung bringt, aber nicht mit Gott in Ordnung kommt und seine Seele verliert?

Ich glaube, wir müssen trotzdem was tun – zusätzlich zur Sache mit der Seele. Denn wenn sich ausgerechnet diejenigen, die mit dem Begriff „Schöpfung“ das Vertrauen auf Gott als Schöpfer verbinden, bei der Bewahrung ebendieser Schöpfung ausklinken, dann ist das absurd. Gerade Bibelkenner müssen sich fragen lassen: Sind Pflanzen und Tiere dem Menschen im so genannten „Schöpfungsbericht“ auf den ersten Seiten der Bibel nicht zur verantwortlichen Pflege anvertraut? Ich wüsste nicht, dass Gott diese Verantwortung des Menschen für die Schöpfung seitdem zurückgenommen hat.

Das Neue Testament formuliert dazu eine tiefere Einsicht, die menschlichen Umweltschutzorganisationen verborgen bleibt (Römerbrief Kapitel 8): 

Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, allerdings ohne etwas dafür zu können… sie wird von der Last der Vergänglichkeit befreit werden und an der Freiheit teilhaben, die den Kindern Gottes mit der künftigen Herrlichkeit geschenkt wird. Wir wissen allerdings, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch unter ihrem Zustand seufzt, als würde sie in Geburtswehen liegen….“

Christen sind deshalb überzeugt: Die Menschheitsgeschichte zielt auf eine Art Geburt – die Wiederherstellung von Gottes guter Schöpfung. Einen neuen Himmel und eine neue Erde. 

Nur kann man diese Hoffnung auf einen „neuen Himmel“ und eine „neue Erde“ nicht hochhalten und gleichzeitig die „alte“ Erde menschlicher Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit und Profitgier zum Fraß vorwerfen. Man kann nicht mit dem Schöpfer in Frieden leben und mit dessen Schöpfung im Krieg.

Ich meine: Solange die neue Welt Gottes noch nicht da ist, lassen Sie uns pfleglich mit dem Vorgängermodell umgehen…

(erschienen im ERF Medienmagazin ANTENNE „Faszination Schöpfung“)

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