Glaubwürdigkeit von Medien in digitalen Zeiten

So lautete die Themenstellung für meinen Vortrag beim Christlichen Medienkongress 2020 auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd.

Wie entsteht mediale Glaubwürdigkeit? Von welchen Voraussetzungen hängt sie ab? Und was verändert sich durch die Digitalisierung? Viele Fragen, kaum einfache Antworten. Dafür eine Befürchtung: Unsere Gesellschaft könnte auf eine Hyperinflation medialer Glaubwürdigkeit zusteuern. Und ich frage, welchen Beitrag christliche Medienmacher leisten können/wollen, dem zu begegnen.

Rund 130 Fachbesucher setzen sich in diesen Tagen anhand von Vorträgen, Interviews, Andachten, Podiumsdiskussionen und einem Barcamp-ähnlichen Veranstaltungsformat mit dem Themenfeld „Glaubwürdigkeit und Medien“ auseinander.

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Anker der Gewissheit

Ich bin gewiss, dass nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn – weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur.

Was für ein Satz! Was für ein Anker der Gewissheit, den der Apostel Paulus da (Römer 8,38-39) in den schwankenden Boden menschlicher Zweifel und Lebensfragen hineintreibt, Wort für Wort, Hammerschlag auf Hammerschlag.

Und das ist auch nötig – zumindest für mich. Wenn ich ehrlich bin, gleicht mein Alltag oft eher einem Balancieren auf dem Schwebebalken statt einem behagliches Ruhen auf einer weichen Turnmatte. Mein Leben spielt sich ab in Spannungsfeldern zwischen Schuld und Vergebung, Gelingen und Scheitern, Aushalten und Durchstehen, Leid und Erlösung vom Leid. Zwischen der altenbekannten Welt und Gottes neuer Schöpfung. Zwischen Erde und Himmel.

Was hält mich auf Kurs? Was gibt mir die Zuversicht, dass es all das Versuchen und Hinfallen und Wiederaufstehen am Ende wert sein wird? Dass alles Ringen und aller Kampf ein gutes Ende haben werden?

Als Christ kenne ich keinen besseren Anker der Gewissheit, und ich brauche auch keinen anderen, als diesen:

Ich bin gewiss, dass nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn – weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Ich bin als Christ noch lange nicht fertig

Wer noch nie gezweifelt hat, der hat auch nie wirklich geglaubt. Davon bin ich überzeugt. Denn bei Licht betrachtet ist der Zweifel nichts anderes als eine noch nicht beantwortete Frage. Und ohne Fragen gibt es keinen Glauben. Jedenfalls keinen eigenständigen, erwachsenen, freiheitlichen Glauben.

Aus freien Stücken als erwachsener Mensch zu glauben – das setzt voraus, sich mit seinen Fragen, Anfragen und offenen Fragen auseinanderzusetzen. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Und diese Auseinandersetzung kann sehr produktiv sein.

Wenn ich auf meine eigene bisherige geistliche Reise zurückblicke, stelle ich fest: Am stärksten ist mein Glaube an meiner Auseinandersetzung mit meinen Fragen gewachsen. Auf manche Fragen habe ich gute Antworten gefunden. Sie haben meinem Glauben Richtung gegeben. Bei anderen Fragen hat mir Gott bislang eine Antwort verweigert – aber mich dadurch auf eine tiefere Ebene des Vertrauens in seine Person, seinen Charakter und seine Treue geführt. Das hat meinem Glauben Bewährung und Krisenfestigkeit gegeben. Und dann sind da noch die Fragen, die für mich heute offen sind. Auf die ich bisher keine guten Antworten entdeckt habe, die wirklich tragfähig sind. Fragen, in denen ich mit Gott unterwegs und im Gespräch bin, und die noch nicht an ein Ziel gekommen sind. Das sind die Fragen, die meinen Glauben spannend und zukunftsoffen machen, und die mich wachsen lassen. Ich bin als Christ noch lange nicht fertig.

Wie sehen Sie das? Wie sieht Ihre geistliche Reise bisher aus? Mit welchen Fragen haben Sie schon gerungen, bei welchen Fragen sind Sie Gott begegnet – und welche Fragen sind für Sie zur Zeit offen?

Ich möchte Ihnen Mut machen, sich Ihren Fragen und Zweifeln zu stellen. Und ich bete, dass Ihnen diese Ausgabe des Medienmagazins ERF ANTENNE dabei Mut macht und eine Hilfe ist. Bleiben Sie dran, bleiben Sie neugierig auf die Begegnung mit Gott und denken Sie dran: Zweifel sind erst einmal nichts weiter als noch nicht beantwortete Fragen.

Wir bleiben in Verbindung!

(erschienen im ERF Medienmagazin ANTENNE)

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