Manchmal frage ich mich, wie Adam und Eva auf diese perfide Lüge der Schlange im Paradies haben reinfallen können: „Ihr werdet sein wie Gott…“.

Erwin McManus hat dazu ein paar Gedanken formuliert, die ich sehr stichhaltig finde und die tiefergehende und weiterführende Konsequenzen weit über das „Gott ist gut der Mensch ist böse“-Stereotyp hinausgehen: Die Lüge der Schlange war deshalb so effektiv, weil sie an das ankoppelt, wie wir Menschen gemacht sind. Waren Adam und Eva nicht als „Ebenbild Gottes“ geschaffen? Sollten sie nicht etwa sein „wie Gott“?

Ja und Nein – Ja: Gott möchte dass seine Menschen ihn widerspiegeln, seine Charakterzüge entwickeln sozusagen. Nein: Das funktioniert nicht losgelöst von Gott selber, schon gar nicht gegen ihn. Adam und Eva – und wir alle seitdem – haben tief in uns dieses Bedürfnis zu sein „wie Gott“, im positiven Sinn. Weil das letztlich unsere Bestimmung ist, ob es uns bewusst ist oder nicht.

Deshalb ist die Lüge der Schlange so perfide, und so effektiv: „Mach dich von Gott unabhängig, und du wirst sein wie er. Er enthält dir etwas vor, du musst es dir woanders holen um wirklich so zu werden wie er ist“. Und darauf fallen wir immer wieder rein, manchmal auch im ganz frommen Gewand.

Aber Wie-Gott-sein geht halt nur durch Abfärben, durch Nahe-bei-Gott-sein…