Es ist vorbei: Auf dem wunderschönen leuchtenden Hintergrundblau meines Widescreen-TFT-Bildschirms leuchtet seit gestern rechts unten ein winziger kleiner Punkt. Grün. Leuchtgrün. Ein geradezu ekeliges Grün.

Pixelfehler.

Minutenlang kann ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Warum grün? Warum jetzt? Warum ich?

Es ist wie der erste Kratzer in der neuen Uhr, die erste Delle im neuen Auto, der erste Pickel in der Pubertät: Etwas in unseren Augen Vollkommenes, Schönes, Unverdorbenes wird beeinträchtigt. Beschädigt. Verunstaltet.

Gehört es nicht zur menschlichen Reife, Gelassenheit zu entwickeln in der Gewissheit, Vollkommenheit und Schönheit im Leben nicht festhalten zu können? Verbunden mit der Hoffnung, sie von Gott eines Tages ein für alle Mal auf grandiose Weise neu geschenkt zu bekommen? Vielleicht nicht was die Pixelfehler meines Bildschirms angeht, aber die Narben des Lebens an Leib und Seele?

Aber genau wie so oft bei Hochs und Tiefs des Lebens starre auf einen kleinen grünen Punkt in einem Meer aus Blau. Auf den einen fehlerhaften Pixel inmitten von 2.073.599 vollkommenen, schönen, unverdorbenen Pixeln.

Was für eine Verschwendung von Gewissheit und Hoffnung!