Zu wem gehörst du? Manchmal werden Kinder das gefragt, von Erwachsenen. Und sie meinen damit: Wer ist dein Vater? Wer ist deine Mutter? Wer ist deine Familie?

Ich glaube, in unserer Zeit der Individualisierung vergessen wir leicht, wie wichtig es für einen Menschen ist, zu jemandem zu gehören. Oft wird uns das erst in einer Situation bewusst, in der wir plötzlich ganz auf uns allein gestellt sind – wenn wir krank sind oder arbeitslos oder in irgendeiner anderen Lebenskrise.

Eine der großen Erzählungen des Alten Testaments ist die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten. Angeführt durch Mose ziehen die Israeliten durch die Wüste , mit Kind und Kegel, bis zum Berg Sinai.

Dort stellt Gott sie alle vor die Frage: Zu wem wollt ihr gehören? Und er macht dem Volk Israel durch Mose ein Angebot, das kann man nachlesen in 2. Mose 19, 5:

Ihr habt selbst gesehen, was ich Ägypten getan und wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet von allen Völkern ihr mein Eigentum sein, denn mein ist die ganze Erde.

Gott verfügt also nicht einfach über seine Leute, sondern signalisiert ihnen: Es ist eure Entscheidung: Wenn Ihr auf mich hört, könnt ihr zu mir gehören.

Dieses Angebot Gottes gilt bis heute. Und Gott stellt auch Sie und mich immer wieder vor die Frage: Zu wem gehörst du? Und meine Frage ist: Was antworten Sie ihm?

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)