Anspruchsglauben

Weißt du, welche Menschen ich oft richtig anstrengend finde? Menschen mit einem überhöhten Anspruchsdenken. Leute, die vor sich hertragen, was ihnen die Welt vermeintlich schuldet.

Manchmal rutschen Menschen in solch ein Anspruchsdenken hinein, wenn ihnen unverdient etwas Gutes widerfährt – und sie das dann ab sofort für selbstverständlich halten. Oft endet diese Selbsttäuschung später mit einem schmerzhaften Aufprall auf die Wirklichkeit.

So wie bei Hiskia, ein Mann, der Gott vertraut und als König von Juda seinem Volk ein Glaubensvorbild ist. Eines Tages erlebt er Gottes Eingreifen bei einem Schicksalsschlag und wird dadurch Opfer von Anspruchsdenken. Altes Testament, 2. Buch Chronik 32:

Zu dieser Zeit befiel Hiskia eine tödliche Krankheit. Er betete zum Herrn, und dieser erhörte ihn und tat ein Wunder an ihm. Doch Hiskia würdigte die Güte nicht, die ihm der Herr erwiesen hatte, sondern er wurde überheblich. Deshalb wurde der Herr zornig auf ihn und auf Juda und Jerusalem. Da bereute Hiskia seine Überheblichkeit…

Das ist hart: Hiskia tut das Richtige, bittet Gott um Hilfe und Heilung, und Gott schenkt sie ihm auch. Aber dann nimmt Hiskia Gottes Hilfe für selbstverständlich. Als etwas, das ihm, Hiskia, dem König, doch wohl zusteht. Gott aber zeigt sich von diesem Anspruchsdenken – oder besser: Anspruchsglauben – gänzlich unbeeindruckt.

Hiskia lernt auf die harte Tour, dass Gott ihm gar nichts schuldig ist. Und ich lerne von Hiskia, einen großen Bogen zu machen um einen Anspruchsglauben, der Gottes Güte verwechselt mit meinem eigenen Verdienst.

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