Verbergen, Verbiegen und Vertuschen

ERF Erschienen als Beitrag in der Sendereihe "Anstoß" auf ERF Plus

Gibt es eigentlich noch gute Nachrichten? Da ist die Aktivistin für Gleichberechtigung, die ihr Vermögen der steuerlichen Gleichbehandlung durch Flucht in die Schweiz entzogen hat. Da tritt ein Politiker zurück, weil vermutet wird, dass er als Innenminister die Arbeit der Polizei nicht gefördert, sondern Ermittlungsgeheimnisse weiter gegeben hat.
Kein Wunder, wenn die Frage umgeht in unserer Gesellschaft, ob sich eine Haltung noch lohnt, die sich mit den altmodischen Begriffen Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit beschreiben lässt. Da ist jeder Einzelne gefragt, da bin ich selbst gefragt, was mehr zählt: Dass ich das Richtige tue, oder dass es nur richtig aussieht? Dass mein Handeln dem Wohl anderer dient, oder sich nur als wohltätig in Szene setzen lässt? Wer bin ich, wenn mich niemand sieht?
Meine Antwort ist: Mich sieht immer jemand. Gott sieht mich. Er runzelt nicht die Stirn, schüttelt nicht den Kopf – Gott  nimmt mich wahr, auch wenn andere sich besser verkaufen. Gott sind meine Bedürfnisse wichtig, wenn ich aufrichtig mit ihnen umgehe. Ihm ist meine Haltung wichtig – egal, wie viel oder wenig Erfolg ich damit einfahre.
In Psalm 34 heißt es:

Gott hat ein offenes Auge für alle, die ihm die Treue halten, und ein offenes Ohr für ihre Bitten.

Wenn ich mich diesem Gott gegenüber verantwortlich weiß, haben Verbergen, Verbiegen und Vertuschen keinen Platz mehr. Dann sind Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit plötzlich keine altmodischen Begriffe mehr, sondern Kennzeichen wahrer Freiheit.
Das ist für mich eine wirklich gute Nachricht.
(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

0 Antwort
  1. Harry

    Du schreibst: „Gott sind meine Bedürfnisse wichtig, wenn ich aufrichtig mit ihnen umgehe.“
    „wenn ich aufrichtig mit ihnen umgehe“
    Dieser Halbsatz verstört mich. Bedürfnisse haben auch etwas mit Gefühlen zu tun.
    Wie gehe ich denn richtig um mit meinen Bedürfnissen angesichts meiner Introjekte und meiner vielleich fanatischen dogmatischen traditionellen religiösen Sozialisation?
    wie objektiv aufrichtig kann ich da überhaupt sein, wenn ich mich nicht mit meinem Gewordensein auseinandersetzen kann?
    Was fängt Gott an mit meiner eventuellen verbogenen Aufrichtigkeit?
    Was ist zu tun, um zu einer weitgehend objektiven Selbsteinschätzung zu gelangen?

    1. pixelpastor

      @Harry: Mit diesem Zusatz wollte ich ausdrücken: Gott sieht meine Bedürfnisse immer – aber er sieht auch hinter meine verbogenen Motive, hinter die Kulissen, wo ich mir selbst etwas vormache, wo ich selbstsüchtig unterwegs bin. Diese Dinge nimmt Gott nur insofern wichtig, als er mich aus einer solchen Haltung herausführen möchte.

  2. Johnd815

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