Stichwort: Held

3 Dinge, die Gott dir gibt, um deine Welt zu verändern

„Willst du dein Leben lang Zuckerwasser verkaufen oder eine Spur im Universum hinterlassen?“ – mit diesen mittlerweile berühmten Worten fordert der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs 1983 den damaligen Pepsi-Chef John Sculley heraus, als zum kalifornischen Technologie-Konzern zu wechseln. Irgend etwas an der Perspektive, die Welt zu verändern, muss Sculley so gereizt haben, dass er sich auf das Abenteuer eingelassen hat.

Vielleicht ist es nicht gleich das ganze Universum, vielleicht ist es nicht gleich ein Konzern – vielleicht ist es deine Nachbarschaft. Dein Sportverein. Dein Kollegenkreis im Büro. Deine Schulklasse. Geld, Glück, Gelegenheit,… – was brauchst du eigentlich, um deine Welt zu verändern?

Was ich an der Bibel cool finde, sind die zahllosen individuellen Geschichten von Weltveränderern. Quer durch Altes und Neues Testament schickt Gott immer wieder Männer und Frauen los, um in seinem Auftrag zu retten, zu warnen, zu helfen, zu reden, zu erklären, einzuladen… die Geschichten sind so verschieden wie ihre Helden. Manche treten öffentlich auf, andere eher im Verborgenen. Manche trauen sich erst nicht recht an die Aufgabe und wachsen später über sich hinaus. Andere gehen es mutig an und gehen später durch Zeiten des Zweifelns.

Eine meiner absoluten Lieblings-Helden-wider-Willen ist Gideon. Er wächst in Zeiten äußerer Bedrohung und Unterdrückung auf, wird von Gott losgeschickt sein Volk von der Unterdrückung genau so zu befreien wie von seiner Gottvergessenheit. Seine Geschichte ist im Alten Testament in Richter 6-8 aufgezeichnet, und es lohnt sich, sie einmal „in einem Rutsch“ zu lesen. Gideo ist dabei kein strahlender Überflieger, sondern für Gott wohl eher ein mühsamer „Kunde“. Wieder und wieder tritt Gott mit Gideon in Verbindung, um ihn zu ermutigen, in seine Berufung hinein zu wachsen und tatsächlich seine Welt zu verändern. Inmitten eines Meers von vielen kleinen Gesten des Mutmachens fallen mir drei Dinge besonders auf, mit denen Gott Gideon ausrüstet.

Und auch wenn jede Weltveränderungsgeschichte eine ganz eigene ist – ich glaube, in irgendeiner Reihenfolge gibt Gott diese Dinge letztlich jedem, den er dazu beruft, seine Welt zu verändern:

1. Identität – Wer bist du?

„Da erschien [Gideon] der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr mit dir, du streitbarer Held!“ (Richter 6,12)

Zu diesem Zeitpunkt drosch Gideon Weizen in einer Kelter. Für alle agrarwissenschaftlich Ungebildeten im 21. Jahrhundert: Das funktioniert nicht wirklich gut. Man tut das nur, wenn man Angst vor Unterdrückern hat und sich verstecken will. Gideon fühlt sich nicht wie ein streitbarer Held. Gideon sieht nicht aus wie ein streitbarer Held. Und doch spricht Gott ihm genau diese Identität zu: „Du [bist ein] streitbarer Held!“. Wer für Gott ein Teil seiner Welt verändern soll, muss wissen, wer er oder sie selbst ist. Und zwar ganz am Anfang, denn ich bin nicht mein Erfolg. Ich bin nicht mein Mißerfolg. Ich bin nicht mein Talent. Ich bin nicht mein Scheitern. Ich bin das, was Gott sagt das ich bin.

2. Auftrag – Was sollst du tun?

“ Und in derselben Nacht sprach der Herr zu ihm: Nimm einen jungen Stier von den Stieren deines Vaters und einen zweiten Stier, der siebenjährig ist, und reiße nieder den Altar Baals, der deinem Vater gehört, und haue um das Bild der Aschera, das dabei steht, und baue dem Herrn, deinem Gott, oben auf der Höhe dieses Felsens einen Altar und rüste ihn zu und nimm den zweiten Stier und bringe ein Brandopfer dar mit dem Holz des Ascherabildes, das du umgehauen hast.“ (Richter 6, 25-26)

Gott lässt Gideon nicht viel Bedenkzeit, über seine Identität nachzugrübeln. Oder sich ihrer zu vergewissern. Oder einen Workshop über Selbstfindung und persönliche Zielsetzung zu besuchen. Gleich in der darauffolgenden Nacht legt Gott los und gibt Gideon seinen ersten Auftrag zum Thema „Weltveränderung“. Er tut das sehr konkret, sehr detailliert und passend zu Gideons bisherigem Lernfortschritt (zu dieser Zeit: Null). Er gibt Gideon einen ersten Schritt, den Gideon mit etwas Mut auch wirklich gehen kann. Gott vergibt niemals leichte Jobs, aber er treibt niemanden in den Burnout (das schaffen wir Menschen in der Regel ganz alleine). Gott erklärt nicht nur das große Bild und lässt seine Leute dann von der Leine; wenn man die Begegnungen zwischen Gott und seinen Weltveränderern in der Bibel durchsieht gewinnt man vielmehr den Eindruck, dass er nicht selten sehr konkrete (und oft auch eigenwillige) Vorstellungen davon hat, wie ein Job gemacht werden soll.

3. Vollmacht – Woher kommt deine Kraft?

„Als nun alle Midianiter und Amalekiter und die aus dem Osten sich versammelt hatten, zogen sie herüber und lagerten sich in der Ebene Jesreel. Da erfüllte der Geist des Herrn den Gideon. Und er ließ die Posaune blasen und rief die Abiësriter auf, ihm zu folgen.“ (Richter 6, 33-34)

Wenn Gideons Geschichte ein Hollywoodfilm wäre, würde die Musik an dieser Stelle dramatisch. Gideon ruft sein Volk zur alles entscheidenden Schlacht gegen die Unterdrücker. Er kann nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass er gewinnen wird. Er weiß nicht, ob ihm seine eigenen Leute (die Abiësriter) folgen werden – von den anderen Stämmen ganz zu schweigen. Alles was er von Gott hat, ist eine Identität, ein Auftrag – und die Zusage und die Erfahrung seiner übernatürlichen Kraft. „Da erfüllte der Geist des Herrn den Gideon“ – das bedeutet, Gideon handelt jetzt nicht nur im Auftrag Gottes, sondern auch im Rahmen von Gottes Möglichkeiten. Gideon kann darüber nicht völlig frei verfügen, aber Gottes Möglichkeiten verbinden sich mit seinen eigenen und machen Dinge möglich, die rein menschlich nicht mehr erklärbar wären. So ein bisschen wie bei Superman. Wer seine Welt verändern soll, dem sagt Gott nicht nur, wer er ist. Dem gibt Gott nicht nur konkrete Anweisungen. Sondern den rüstet Gott aus mit allem was nötig ist, um den Job zu schaffen. Nicht immer so beeindruckend und äußerlich sichtbar wie bei Gideon. Aber immer so weit, wie Gott es erwartet.

Identität, Auftrag, Vollmacht – ich glaube, das sind 3 Dinge, die Gott jedem Mann und jeder Frau gibt, die einen Teil seiner Welt verändern sollen. Im Großen wie beim Kleinen. Im Neuen Testament passiert genau das Gleiche mit den ersten Christen, mit der ersten Gemeinde: Jesus spricht ihnen ihre Identität zu („ihr seid meine Freunde“), er beauftragt sie („geht hin in alle Welt und lehret… machet zu Jüngern… tauft“), er gibt ihnen übernatürliche Kraft dazu („bis ihr Kraft aus der Höhe empfangen werdet“). Und diese Leute, die Gemeinde Jesu, hat bis heute tatsächlich die Welt verändert.

John Sculley ist bei Apple letztlich gescheitert. Er hat keine „Spur im Universum“ hinterlassen, sondern die Firma Apple auf einen Kurs gesteuert, der beinahe in die Insolvenz geführt hätte. Große Worte alleine reichen nicht – es ist die Frage, wer sie uns zuspricht. Gott hat nie wirklich damit aufgehört, seine Welt zu verändern.

Was sagt Gott dir, wer du bist? Was du tun sollst? Und woher kommt die Kraft dafür?

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Held mit Charakter

In der neuesten Ausgabe von dran schreibt Pastor Stefan von Rüti über Leiterschaft. Unter dem Titel „Leiten wie Braveheart“ finde ich zwei Gedanken, die mich weiter beschäftigen werden. Der erste lautet:

Du musst für dich entscheiden, ob du ein Held werden willst oder eine Berühmtheit.

So wie der schottische Freiheitskämpfer William Wallace im Film „Braveheart“ in Gestalt von Mel Gibson sich bereits mutig und heldenhaft verhält, als er noch völlig unbekannt und ohne politischen Einfluss ist. „Auf Berühmtheiten kann die Welt verzichten“, schreibt Rüti, „auf Heleden nicht“.

Und der zweite Gedanke:

Dein Charakter ist das innere Drehbuch des Lebens. Was in dir drin ist, das lebst du aus.

Was lebe ich eigentlich aus, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr? Was sagt das über meinen Charakter aus? Was steht drin im Drehbuch meines Lebens?

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