Stichwort: Sicherheit

Leiten ohne 100% Sicherheit

„Leiten bedeutet, die Unsicherheit da draußen für die eigenen Mitarbeiter in Gewissheiten zu verwandeln“ – so hat einmal jemand Leiterschaft definiert. Ich stimme zu – Leiter, Chefs und Vorgesetzte werden immer wieder mit Fragen konfrontiert, für die es kein Handbuch gibt. Keine klaren Kriterien. Keine verbindlichen Vorgaben. Wem in einer neuen Leitungsverantwortung zum ersten Mal eine Ermessensentscheidung abverlangt wird, der fühlt sich so ähnlich wie beim ersten Mal alleine im Auto nach Bestehen der Führerscheinprüfung: Was, wenn ich falsch entscheide? Was, wenn etwas aus dem Ruder läuft? Was, wenn die Leute mit meiner Entscheidung nicht einverstanden sind?

Es gibt drei Arten, mit solchen Situationen umzugehen:

  1. Erst entscheiden, wenn man zu 100% sicher ist, dass die Entscheidung richtig ist. In den 5% der Fälle, in denen es so etwas wie eine absolute Sicherheit überhaupt gibt, ist das meistens viel zu spät.
  2. Einfach entscheiden und die eigene Entscheidung als „auf jeden Fall richtig“ deklarieren. Sturheit erspart Kritik und komische Gefühle – aber sie lernt auch nie etwas dazu.
  3. Nach einem inneren Kompass entscheiden und hinterher daraus lernen.

Nr. 3 wäre mein persönlicher Favorit. Der Haken: Man mutet Mitarbeitern zu, schlechte Entscheidungen mittragen und mit ausbaden zu müssen. Die Chance: Gute Entscheidungen entstehen, in dem man aus Fehlern lernt. Und Fehler entstehen aus schlechten Entscheidungen. Die Gretchenfrage: Wie sieht dein „Entscheidungskompass“ aus? Wenn du für eine Entscheidung nicht 100% Sicherheit abwarten kannst – zu welchen Grundentscheidungen neigst du?

Ich glaube, das hat zunächst viel mit der Persönlichkeit des Leiters zu tun und erst in zweiter Linie mit Leitungserfahrung. Ron Edmondson hat seine Erfahrungen einmal in den folgenden 7 Grundentscheidungen zusammen gefasst (er nennt sie „leadership default zones“):

  1. Wenn du nicht sicher bist, ob du einen Bewerber enstellen solltest oder nicht – tue es nicht.
  2. Wenn du nicht sicher bist, ob du etwas sagen solltest oder nicht – sage es nicht.
  3. Wenn du nicht sicher bist, ob du jemanden ermächtigen oder kontrollieren solltest – ermächtige ihn.
  4. Wenn du nicht sicher bist, ob du deinem Instinkt oder dem deines Teams vertrauen solltest – vertraue dem Team.
  5. Wenn du nicht sicher bist, ob du mit jemandem persönlich oder per E-Mail kommunizieren solltest – mach es persönlich.
  6. Wenn du nicht sicher bist, ob du etwas richtig verstanden hast – frag lieber nach.
  7. Wenn du nicht sicher bist, ob du anderen in Gnade oder in Härte begegnen solltest – entscheide dich für die Gnade.

Wie sieht dein persönlicher Leitungskompass aus? Welche Grundentscheidungen würdest du auch so treffen? Womit hast du die größten Schwierigkeiten – und wo bist du anderer Meinung?

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Das häufigste Passwort

Im Science-Fiction-KLamaukstreifen Spaceballs gibt es eine sehr bekannte Szene, in der der König des Planeten Spaceballs um Preisgabe einer supergeheimen Kombination für seinen Planeten-Schutzschild erpresst wird. Es stellt sich heraus, dass die Kombination  „12345“ lautet – darauf der böse Gegenspieler Lord Helmchen: „Nur ein Idiot würde 12345 als Kombination für seinen Koffer verwenden!“. Am Ende der Szene erteilt ein ziemlich tappsiger und unfähiger Präsident Skroob seinen Lakaien den Befehl: „O, und ändern Sie die Kombination an meinem Koffer“.

Wir lachen alle herzhaft, denn niemand wäre so einfältig, in Wirklichkeit so ein Passwort zu verwenden… niemand… oder… vielleicht … doch?

Nach einer Analyse von 32 Millionen geknackten Passwörtern gaben Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Imperva nun das am häufigsten verwendete Passwort bekannt. Es wird doch nicht… leider… doch… es ist:

123456

Unglaublich, aber wahr!

O, und ändern Sie das Passwort zu ihrem Benutzerkonto…

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Wer ist diese Frau?

ePersonalausweisSie ist eine der am häufigsten in den Medien gezeigten Frauen in diesen Tagen: Die Frau auf dem Muster des neuen Personalausweises, der im November 2010 eingeführt werden soll. Und obwohl es sich bei der Abbildung aus dem Bundesministerium des Innern um ein Ausweisdokument handelt, kennt niemand den Namen dieser Frau.

Nach dem vorläufigen Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die portraitierte Person in Wahrheit weder mit Mädchennamen „Gabler“ heißt noch einen Herrn Mustermann geheiratet hat. Nach dem Aussehen zu urteilen könnte jedoch das Geburtstdatum 12. August 1964 zumindest grob zutreffend sein.

Wenn das Internet so toll ist wie seine Nutzer behaupten – dann müsste doch online herauszufinden sein, wie die Frau wirklich heißt, die sich für den Testausweis hat fotografieren lassen. Also Ihr Surfer, Blogger, Twitterer und Facebooker – wie heißt diese Frau? Wer findet es zuerst heraus und postet hier das Ergebnis?

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