Stichwort: Strategie

Wie du deine Aufgaben jetzt ganz leicht erledigen kannst

Was haben Elfmeterschützen, EU-Finanzpolitiker und Leute die einfach nur im Büro arbeiten gemeinsam? Der Geheimtipp. Die Suche nach dem, was den entscheidenden Schritt weiterbringt. Die Jagd nach der Geheimformel für den Erfolg. Die eine Pille, die alle Probleme auf einen Schlag löst.

Irgendwas ist drin in uns Menschen, das uns an die perfekte Lösung glauben lässt. Dass uns auf die Suche schickt nach einer Zauberformel. Dass uns fixiert auf die eine versteckte Abkürzung,um endlich alle Mühsal hinter uns lassen zu können. Da geht es dem Menschen am Schreibtisch nicht anders als dem Tour de France-Sportler: Wenn Mühe, Druck und möglicher Erfolg nur groß genug sind, fangen wir an auch wirklich alles auszuprobieren. Wobei des bei den Leuten, die einfach nur im Büro arbeiten, nicht um den lebensverändernden Erfolg geht. Es wäre es schon klasse, wenn man jeden Tag seine Arbeit schaffen könnte. Wie organisiere ich mich, um meine Aufgaben besser, schneller, rechtzeitiger, produktiver, entspannter zu bewältigen? Seit wir uns mit Computern, Smartphones und Tablets umgeben, hat sich die Jagd nach der Selbstoptimierung nur noch weiter verschärft: Welche App nimmst du für deine Terminverwaltung?

Merlin Mann hat dazu neulich in aller (Twitter-)Kürze festgestellt:

„Every time you feel like trying one new to-do app, turn off your computer and complete one task.“

Zu Deutsch:

„Jedes Mal wenn du versucht bist, eine neue App zur Aufgabenverwaltung auszuprobieren, schalte deinen Computer einfach ab und erledige eine Aufgabe.“

Schade. Aber Mann hat Recht. Es gibt keine Abkürzungen.Enttäuscht?

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Zielplanung mit Spaß

„Es ist notwendig“, sagt der Kopf. „Es macht aber nur am Anfang Spaß“, sagt die Lust. Es geht um das Planen von Zielen. Strategie. Aufgaben. Warum ist das so, und wie geht’s besser?

Am Anfang macht das Ziele planen tatsächlich Spaß (naja, zumindest den meisten Leuten): Man darf einfach drauflos träumen, alles ist möglich, die Gedanken durchstreifen das unentdeckte Land, das „Zukunft“ heißt. Aber dann kommt irgendwann die Fleißarbeit: Eine lange Liste von sinnvollen, erstrebenswerten, wertvollen Zielen muss abgewogen werden: Wofür wollen wir vor allem Zeit, Geld, Kraft, Ressourcen investieren – und wofür weniger? Und diese Zielplanung muss immer wieder angeschaut und angepasst werden. Und man muss irgendwie auf Dauer den Überblick behalten, welches Ziel man schon wie weit umgesetzt hat, um notfalls Kurskorrekturen vorzunehmen.

Diese drei Dinge – priorisieren, aktualisieren, überwachen – sind nachhaltig wichtig, damit Zielplanung wirklich funkioniert. Wer beim „Schön dass wir mal ein Brainstorming hatten“ stehen bleibt, kann sich das Ganze eigentlich auch sparen. Aber genau diese drei Dinge machen keinen Spaß. Und nicht zuletzt deshalb tendieren Leiter dazu, an der Zielplanung nicht dranzubleiben, sondern die Wegplanung für das unentdeckte Land beiseite zu legen und lieber das Segel so zu setzen, wie dem Kapitän gerade zumute ist. Oder woher der Wind halt gerade weht. Oder wonach die Mannschaft verlangt. Das wird dann auch eine spannende  Reise, aber auch schnell zur Odysee.

Wenn man also schon nicht auf die unbequemen Aspekte von Zielplanung verzichten kann (priorisieren, aktualisieren, überwachen) – kann man dann etwas dafür tun, dass sie wenigstens Spaß machen?

Vielleicht ja – zum Beispiel mit dem Tool Goalscape, bei dem Ziele in einem Diagramm mit konzentrischen Ringen visualisiert werden. Der Vorteil: Prioritäten sind sofort einsichtig durch die Größe eines Kreissegments, das Abwägen von Zielen gegeneinander wird von Anfang an erzwungen (der Kreis ist limitiert 360 Grad so wie die Ressourcen einer Organisation oder eines Teams limitiert sind). Alles lässt sich mit ein, zwei Mausklicks leicht aktualisieren. Und man kann man sehr leicht mitverfolgen, wie weit man bei der Umsetzung welcher Ziele bereits gekommen ist, und was das für das Gesamtbild bedeutet.

Goalscape gibt es als Software as a service für den Webbrowser, als Anwendung zum Installieren auf Mac/PC und auch als iPhone-App. Ich weiß noch nicht, ob Goalscape „mein“ Zielplanungstool wird – aber priorisieren, aktualisieren und überwachen von geplanten Zielen könnte damit tatsächlich dramatisch mehr Spaß machen als mit endlosen To Do-Listen oder komplizierten Excel-Tabellen.

Und so arbeitet es sich mit Goalscape:

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5 Gründe, nicht nach Gott zu fragen

Wie schaffen es eigentlich Organisationen – speziell Kirchengemeinden und christliche Non-Profit-Organisationen – Ziele zu bestimmen, Kurs zu halten und ihr Tagesgeschäft danach auszurichten?

Für die Organisationen, die sich Gottes Willen verpflichtet wissen (großes Wort), ist es eine wiederkehrende Herausforderung, Richtung und Timing von Gottes Absichten zu erkennen und umzusetzen. Auf manche Entscheidungsfindung scheinen ganz Faktoren einen viel direkteren Einfluss zu haben als Gottes Reden. Diese Faktoren müssen dann oft dafür herhalten, nicht geduldiger nach Gottes Absichten zu fragen.

Fünf Gründe für eine Organisation, nicht ausdrücklich, geduldig und hartnäckig nach Gottes Absichten zu fragen:

  1. Das, was andere erfolgreich tun. Wie viele christliche Projekte beginnen damit, dass „das bei anderen gut funktioniert“ und „das doch auch für uns eine gute Sache wäre“?
  2. Das, was wir schon immer getan haben. Kann heute schlecht sein, was früher gut war? „Das hat bei uns eine gute Tradition“. Für alle Projekte die einmal mit dem „Willen Gottes“ begonnen wurden, gilt damit automatisch der Grundsatz: „Was Gott angefangen hat, soll der Mensch nicht beenden“.
  3. Das, was ankommt. Je mehr positive Rückmeldungen ein Projekt aus der konsumierenden Masse da draußen heraus erhält, desto sicherer ist es Gottes Wille. Oder nicht? Will Gott etwa keinen zahlenmäßigen Erfolg? Keine zufriedenen Kunden? Keine öffentliche Anerkennung?
  4. Das, wofür Leute spenden/bezahlen. Eine schlichte Variation von Nr. 3. „Was Gott bestellt, das bezahlt er auch“, sagen manche. Gilt das eigentlich auch umgekehrt – „wofür die Leute bezahlen, das will Gott auch“?
  5. Das, was machbar ist. Wie viele Projekte werden nur deshalb gestartet, weil sich die Gelegenheit bietet und sie umsetzbar sind? „Warum machen wir eigentlich nichts zur Fußball-WM?“ Gott redet doch durch „offene“ und „geschlossene Türen“, oder nicht? Gegenfrage: Ist alles was machbar ist, automatisch eine gottgegebene offene Tür?

Ich nehme jeder christlichen Organisation – Gemeinde, kommerziell oder Non-Profit – wirklich voll ab, dass sie es ernst meint, ausgerichtet nach den Absichten Gottes arbeiten zu wollen.

Aber ich glaube nicht, dass all das tatsächlich Erkenntnis der Absichten Gottes ist, was wir dafür ausgeben. Diese fünf Faktoren sind „einfach“, zu einfach. Gott ausdrücklich, geduldig und hartnäckig nach seinen Absichten zu fragen, ist mühsam.

Ich glaube, es ist die Mühe wert.

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