Stichwort: Vergebung

Wirklich vergeben? Mach den Test!

Vergebung ist lebenswichtig – überlebenswichtig. Für den „Täter“, aber auch für das „Opfer“. „Vergeben & Vergessen“ sagt sich leicht. Aber hast du wirklich vergeben?

Mach den Test! Dazu fünf Fragen von Ron Edmondson, die uns direkt ans Eingemachte führen:

  1. Ist dein erster Gedanke über die andere Person etwas anderes als die Sache, die sie dir angetan hat?
  2. Kannst du dir vorstellen, der anderen Person zu helfen wenn sie in Schwierigkeiten gerät?
  3. Kannst du positive Gedanken über die andere Person denken?
  4. Versuchst du nicht mehr, es der anderen Person heimzuzahlen?
  5. Hast du aufgehört darauf zu warten, dass die andere Person in einem bestimmten Bereich auf die Nase fällt?

Vergebung ist schwer. Vergebung ist kein Gefühl. Vergebung ist eine Entscheidung. Vergebung kann man nicht verordnen.

Aber Vergebung ist unbedingt notwendig für ein Leben in Freiheit. Mach den Test – hast du wirklich vergeben?

Mehr

Buße, Golf und Seitensprung

Am ehemaligen Vorzeige-Golfer Tiger Woods scheiden sich zur Zeit die Geister. Am 19. Februar hatte er sich öffentlich per Pressekonferenz für seine zahlreichen Seitensprünge entschuldigt. Vorausgegangen war eine massive Ehekrise und das Abspringen der wichtigsten Sponsoren des erfolgreichen Golfprofis. Die Reaktionen auf das Bekenntnis von Woods vielen sehr unterschiedlich aus:

„Wie kann man nur so etwas tun? Der ist für mich gestorben!“, sagt der Moralist.
„Bei berühmten Leuten ist es halt auch nicht anders als in meiner Nachbarschaft“, sagt der Relativist.
„Die Entschuldigung ist mehr den Sponsorengeldern geschuldet statt der Ehefrau“, sagt der Zyniker.

Tiger Woods selbst sagt:

Wenn du das Leugnen und Rationalisieren lässt, kommst du dem, was du wirklich bist, sehr nah und das kann sehr hässlich sein.

Es sei „ganz schön brutal“, sich in einem neuen Licht zu sehen. Es sei ein „Tiefpunkt“ in seinem Leben gewesen, sich bei seiner Frau für alle seine Seitensprünge entschuldigen zu müssen.

Ich weiß nicht, was Moralisten Relativisten und Zyniker Tiger Woods wünschen. Vermutlich gar nichts, weil er für sie nur ein „Fall“ ist, eine Bestätigung ihrer eigenen kleinen Weltsicht. Aber ich weiß, was ich Tiger Woods wünsche: Dass er nicht alleine ist, wenn er sich selbst ins Gesicht sieht und dem, wozu er fähig ist. Sondern dass er erkennt dass Gott nur eine Handbreit neben ihm steht. Dass er Gottes Stimme hört, die keinen oberflächlichen Sand in die Augen streut, sondern sehr realistisch ist:

Ja, du bist ohne mich unrettbar verloren, verdorben und zu all diesem fähig. Und genau deshalb bin ich für dich gestorben. Es gibt keine Schuld, die nicht gesühnt werden könnte. Nicht auf einer Pressekonferenz. Sondern am Kreuz von Golgatha.

Wenn wir umkehren und ehrlichen Herzens „Buße tun“, dann öffnet Gott im vollen Anerkennen der Vergangenheit alle Türen für die Zukunft. Deshalb wünsche ich Tiger Woods (wie auch mir selbst), dass er Buße nicht vor allem als „Tiefpunkt“ seiner eigenen Anständigkeit begreift, sondern als Höhepunkt der Gnade Gottes über seinem Leben.

Mehr

Gott ist schwarz – teilweise

Gott ist schwarz, zumindest teilweise – im Roman „The Shack“ von William Paul Young, der in den nächsten Tagen auf Deutsch erscheint („Die Hütte – ein Wochenende mit Gott„). Seit Monaten an der Spitze amerikanischer Bestsellerlisten erzählt das Buch die (fiktive) Geschichte vom Familienvater Mackenzie, der Jahre nach der Entführung und Ermordung seiner kleinen Tochter Missy an den Tatort des schauerlichen verbrechens zurückgelotst wird. Wie sich herausstellt, ist es Gott selbst, der ihm dort begegnet – in Gestalt einer schwarzen Frau (die sich „Papa“ nennt), eines Zimmermanns (ach…) und einer asiatischen feenhaften Erscheinung. Was zunächst äußerst skurril klingt, entpuppt sich schnell als der leidenschaftliche Versuch Gottes, zum verwundeten Herzen von Mackenzie durchzudringen – aller seiner traditionellen Gottesbilder zum Trotz.

Und genau das ist das große Potential des Buches: Es schüttelt das eigene Gottesbild durcheinander. Nicht um es zu erschüttern, sondern um ins Nachdenken zu bringen, wo die eigenen Vorstellungen von Gott mehr von meiner Tradition als von der biblischen Offenbarung geprägt worden sind. Gleichzeitig ist die Geschichte eine ergreifende Allegorie über Gnade, Gerechtigkeit, Vergebung und die Frage nach dem Leid.

Natürlich ist „The Shack“ kein Katechismus und keine systematische Theologie – will es auch gar nicht. An mindestens zwei Stellen habe ich es als thematisch etwas unterbelichtet empfunden. Aber eins ist ihm nicht zu nehmen: Es macht das eigene Verständnis von Gottes Größe und Gnade weiter, reicher und bunter und geht weit über das nette Verpacken theologischer Richtigkeiten hinaus. Ein leidenschaftliches Buch über einen leidenschaftlichen Gott. Bemerkenswert, besonders für den amerikanischen Buchmarkt!

Wer mutig genug ist, so manches althergebrachte aber vielleicht noch nicht von Herzen geglaubte Bild von Gott auf den Prüfstand zu fahren – der sollte sich unbedingt mal ein Wochenende für dieses Buch Zeit nehmen und über dem Inhalt mit Gott ins Gespräch kommen.

Vielleicht kann die Website www.wochenende-mit-gott.de dabei helfen.

Mehr