Stichwort: Zukunft

Warum der Krieg keine Zukunft hat

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. (Jesaja 9,4)

Dröhnende Stiefel, blutgetränkte Uniformen, alles verzehrende Flammen – was für ein martialisches Bild! In den kleinen und großen Kriegen unserer Welt ist das Wirklichkeit. Von Ägypten über Syrien bis hin zu den Bürgerkriegen in Afrika oder Asien, die wir schon gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen.

Dröhnende Stiefel, blutgetränkte Uniformen, alles verzehrende Flammen – so hat der alttestamentliche Prophet Jesaja vor mehr 2.500 Jahren die Zustände seiner Welt beschrieben.

Wenn ich heute solche Bilder in den Nachrichten sehe, bleibt mir wenig mehr als Abscheu, Betroffenheit und Mitleid für die Notleidenden. Nicht so Jesaja: Er beschreibt einen übernatürlichen Blick in die Zukunft und sieht darin das Ende von Krieg und Gewalt kommen. Der Mensch wird den Menschen nicht für immer unterjochen. Gott wird allen Menschen Freiheit schenken und Frieden und Recht und Gerechtigkeit. Die Macht von Stiefel und Uniformen wird abgelöst werden durch einen neuen Herrscher. „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben“,  schreibt Jesaja weiter. Die Rede ist von Jesus Christus.

Krieg und Gewalt werden in der Geschichte der Menschheit nicht das letzte Wort behalten. Nein, das letzte Wort spricht Jesus Christus. Angesichts der Kriege in unserer Welt ist das meine Hoffnung.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Wie sind deine Reflexe?

Warum ich? Warum jetzt? Was ist falsch gelaufen? Welche Konsequenzen hat das genau? – es gibt verschiedene mögliche Reaktionsmuster auf unvorhergesehene Umstände. Wie sind üblicherweise deine Reflexe auf Dinge, die außerhalb deiner Kontrolle entschieden wurden?

Ja – man kann schon “Warum?” fragen und etwas aus Fehlern und Niederlagen der Vergangenheit lernen. Oder sich überlegen, welche Einschnitte und Einschränkungen kommen werden. Das Risiko ist, bei diesen Fragen stehen und in einer Opferhaltung stecken zu bleiben.

Ein besserer Reflex ist für mich ist die Frage: Welche Zukunft wird dadurch möglich? Es ist die Frage nach Chancen, nach bisher undenkbaren Möglichkeiten, sie befreit mich aus der Haltung des Opfers (mit dem etwas geschieht) und gibt mir zumindest schon mal gedanklich das Heft des Handelns neu in die Hand.

Diesen Chancen-Reflex würde ich mir gerne mehr antrainieren:

Welche Zukunft wird dadurch möglich?

 

 

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Gefangen in der Resonanz

Kodak hat es erleben müssen. Nokia und RIM auch. Microsoft steckt gerade mittendrin. Auf Apple könnte es auch noch zukommen – das Innovator’s Dilemma (“die Zwickmühle des Erfinders”). Harvard-Professor Clayton Christensen beschrieb 1997 mit diesem Begriff die paradoxe Situation von Organisationen, die durch eine bestimmte Innovation groß geworden waren – und denen nun genau dieser Erfolg die Zukunft verbaut. Seitdem ist Innovator’s Dilemma mindestens in der Hochtechnologie-Branche zum feststehenden Begriff geworden. Die Idee dahinter ist aber genauso brisant für jede andere Art von Organisation, auch für christliche Gemeinden. Auch sie können in die “Zwickmühle des Erfinders geraten”, Opfer des eigenen Erfolges, gefangen in der Resonanz.

Das funktioniert so:

Es war einmal ein kleines Start Up-Unternehmen: Mutig, risikobereit, experimentierfreudig. Die Mitarbeiter hatten nichts zu verlieren und träumten davon, alles zu gewinnen. Sie ignorierten die Bedenken der Alteingesessenen, der Platzhirsche, der Marktführer. Sie legten nicht viel Wert auf das, was “schon immer so war”. Sie wollten Dinge anders machen, um andere Dinge zu erleben als die anderen. Mit viel Beharrlichkeit und Kreativität schafften sie schließlich den Durchbruch und wurden in kurzer Zeit unglaublich erfolgreich. Jeder wollte ihre Produkte, junge Leute standen Schlange, um dort einen Job zu ergattern. Aus dem kleinen Start-Up war ein marktbeherrschender Riese geworden.

Es ist die Art von Resonanz, von denen alle Firmengründer träumen. Und wenn der Traum in Erfüllung gegangen ist, stellen nicht wenige fest, dass sie in eben dieser Resonanz gefangen sind. Was die Organisation groß gemacht hat, mauert sie zunehmend ein. Die geniale Lösung von gestern ist nicht mehr die beste Lösung für morgen. Früher konnte man nur viel gewinnen - heute vor allem viel verlieren. Aus Wagemut wird Angst vor Veränderung. Das ist das Innovator’s Dilemma - gefangen in der Resonanz.

Gefangen in der Resonanz – das können auch Kirchen und Gemeinden sein: Anfänglich mag die innere Haltung der Beteiligten innovativ sein, risiko- und experimentierfreudig. Sie sind nicht so festgelegt was die Zielgruppe angeht, offen für vieles – und erleben noch wenig Resonanz. Wenn das Ganze gut läuft, nimmt die Resonanz immer mehr zu. Immer mehr Leute kommen regelmäßig in die Gemeinde, und deren Erwartungen sind für die Leiter automatisch präsenter als die der anderen, die nicht kommen. Immer fester zeichnet sich ab, welche Zielgruppen die Gemeinde da erreicht – und welche nicht. Immer mehr Ressourcen werden auf die Angebote konzentriert, die Resonanz liefern. Die Organisation “verbeißt” sich im eigenen Erfolg. Dadurch bleiben immer weniger Ressourcen frei für neue Innovationen, für Risiko, für Experimente. Es gibt immer mehr zu verlieren und immer weniger Bereitschaft zum Wagnis. Das “Neue” ist nicht mehr einzig mögliches Ziel, sondern Bedrohung des bisherigen Erfolgs. Aus Welteroberung wird Besitzstandswahrung – gefangen in der Resonanz.

Und so geht es weiter. Das Innovator’s Dilemma lauert überall. Um es zu überwinden, gründen manche Organisation intern eigene Startups - Narrenfreiheit und Finanzierung inklusive, Fehler machen ausdrücklich erwünscht. Andere Organisationen arbeiten hart daran, eine Kultur der Innovation und Flexibilität zu pflegen. Ich vermute: Was dabei von außen leicht und spielerisch daher kommt, ist intern mit viel Arbeit und umstrittenen Entscheidungen verbunden. Kodak hat das letztlich nicht geschafft. RIM und Nokia stehen kurz vor dem Abgrund. Bei Microsoft ist der Ausgang noch völlig offen.

Das Innovator’s Dilemma zu überwinden, ist schwer. Denn um aus der Gefangenschaft des eigenen Erfolges auszubrechen, muss man nicht nur denen “da draußen” weh tun, denen man liebgewonnene Produkte, Dienstleistungen und Gewohnheiten wegnimmt. Man muss auch denen “hier drinnen” weh tun, die sich seit Jahren für den Erfolg gekämpft haben und die auf eben diese Resonanz hingearbeitet haben.

 

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