Gott hört Gebet – na klar. Wer überhaupt regelmäßig betet, geht davon aus. Wie gut, dass Gott sich über jedes noch so stockende und stolpernde Gebet freut!

Leider schlägt sich diese Freude nicht immer auf Menschen nieder, die gemeinsam beten wollen. Was denken die anderen? Wann ist das zu Ende? Was sie nun wieder will? – Wie viele unserer heiligsten Momente sind in Wirklichkeit mit eher unheiligen Gedanken gefüllt… Manche formal an den Himmel adressierte Botschaft richtet sich eher an den Sitznachbarn, und eine solche „Gebetsgemeinschaft“ ist nur in sofern Gemeinschaft, als eine Anzahl Bittsteller  an einem Service-Point Schlange steht, um einzeln und nacheinander ihre Anliegen vorzutragen, während die übrigen hinter der Linie „Diskretion – bitte einzeln vortreten!“ warten.

Dabei kann Gebet eine sehr intensive Gruppenerfahrung sein, in der nicht nur Gott und Mensch, sondern auch Mensch und Mensch sehr persönlich miteinander verbunden sind. Hat Jesus nicht seine Gegenwart da versprochen, wo „zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen“ (Matthäus 18,20)? Dieses „in meinem Namen“, es meint mehr als eine christlich klingende Bezeichnung für die Gebetsveranstaltung. Wie ist man „im Namen Jesu“ beim gemeinsamen Beten versammelt – und steht nicht nur in der gleichen Schlange?

Darüber schreibt Ben Patterson in seinem Buch „Deepening your conversation with God“ (Dein Gespräch mit Gott vertiefen), und er erzählt dabei sehr ehrlich von seinen persönlichen Erfahrungen. Davon, wie wichtig es für die geistliche Dynamik einer Gruppe ist, sich gegenseitig beim Beten zuzuhören und dass verschiedene Leute ihre Gebete nicht nur hintereinander reihen. Sondern zu einem gemeinsamen Gespräch mit Gott ausbauen. Einander bestätigen, ergänzen, verstärken.

„Agree, Vector and Build“, nennt Patterson das: Dem Gebet des Sitznachbarn wirklich zuhören, es sich zutiefst zu eigen machen, mit ihm oder ihr gemeinsam vor Gott treten. Aus dem Zuhören wird dann Zustimmen und letztlich Einstimmen. Wenn eine Gruppe so betet, dann holen die Einzelnen nicht nacheinander ihre persönliche Portion an einer Essesnausgabe ab, sondern sie kochen gemeinsam ein Essen.

Wenn Beter so ein gemeinsames Gespräch mit Gott immer weiter entwickeln, dann investieren sie sich in einen Prozess, der im Nachhinein für alle eine bedeutungsvolle Erfahrung gewesen ist. Und eine Freude für Gott, dabei zu sein!

Hast du Erfahrungen mit dem Beten in einer Gruppe gemacht? Welche?