„Ich kann nichts wirklich gut! Ich bin nichts Besonderes! Was soll ich schon beitragen können?“ – wir haben spätestens im Lauf der Teenager-Jahre gelernt, so nicht zu reden. Zumindest nicht öffentlich. Das Problem: Vom Schweigen gehen die Selbstzweifel nicht weg, sie tauchen nur unter. Unter der Oberfläche unseres Bewusstseins verrichten sie dann viele Jahre lang weiter ihr Werk, lähmen Initiative, torpedieren die Entwicklung unseres Potentials, vergiften die Geschichte, die wir über uns selbst erzählen.

Manche Menschen versuchen das innere Defizit zu kompensieren, indem sie besonders viel Wert auf ihre äußerliche Erscheinung legen, ihre Position oder ihre Prominenz. Aber Show überzeugt auf Dauer nicht – und sie bringt auch nicht die gleichen Früchte im Leben hervor wie echte Stärken. Deshalb ist und bleibt das wirksamste Gegenmittel gegen den Selbstzweifel das Vertrauen. In jemanden, dessen Urteil für mich zählt. Und in meine eigenen Stärken.

Das Problem daran ist: Unsere Stärken sind für uns selbst meistens tatsächlich unsichtbar. Wir sind es einfach so sehr gewohnt, dass uns eine bestimmte Tätigkeit oder Fähigkeit nicht schwer fällt. Deshalb nehmen wir die Besonderheit an uns selbst nicht wahr – und vom anderen an, dass es bei ihm oder ihr doch bestimmt genau sein müsse. Wir könnten wirklich echt und erfolgreich sein, wenn wir unsere Stärken nur besser wahrnehmen und uns dann konsequent auf sie konzentrieren könnten. Wenn… ja, wenn unsere Stärken nur nicht für uns selbst ein Rätsel wären. Unsichtbar. Unzugänglich.

Marcus Buckingham hat in den letzten Jahren dazu geforscht und Werkzeuge wie Strengthsfinder oder StandOut entwickelt, die dabei eine Hilfe sein können, die eigenen Stärken objektiv freizulegen. Es lohnt sich, in diese Tools tatsächlich Zeit zu investieren. Wer es besonders eilig hat und eher einen unkomplizierten Lackmustest für die eigenen Stärken im Arbeitsalltag sucht, dem seien Buckinghams 4 Testfragen empfohlen, um herauszufinden, ob eine bestimmte Aufgabe einer persönlichen Stärke entspricht:

1. Wenn du die Aufgabe erledigst, fühlst du dich effektiv und wirkungsvoll.

2. Schon bevor du die Aufgabe angehst, fühlst du dich zu ihr hingezogen.

3. Während du die Aufgabe erledigst, fühlst du dich konzentriert, du lernst dazu, das Interesse daran kostet dich keine Mühe.

4. Nachdem du die Aufgabe abgeschlossen hast, fühlst du dich nicht erschöpft und leer, sondern erfüllt und ganz bei dir selbst.

Wie sieht deine Antwort auf diese Fragen aus, wenn du an die letzte Aufgabe denkst, die du in der Firma oder in der Gemeinde übernommen hast?