Macht Jesus erfolgreich?

Jesus macht erfolgreich. Nicht alle – aber seine Freunde. Nicht für alles – aber für die Aufgabe, die er ihnen gibt. Nicht in jedermanns Augen – aber in seinen.
In Johannes 15 erklärt Jesus seinen Freunden:

„Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.“

Drei Dinge finde ich bemerkenswert:
1. Jesus selbst hat seine Freunde berufen – mit voller Absicht. Das Motiv zur Jesus-Nachfolge ist nicht „jetzt lasst uns dem armen Herrn Jesus mal unter die Arme greifen, damit ein paar mehr Leute an ihn glauben“. Er selbst hat Christen ausgesucht und dazu berufen, „hinzugehen“ und „Frucht zu bringen“. Das bedeutet: Unterwegs zu sein zu anderen Menschen, sie einzuladen in die Nachfolge von jesus – und dabei erfolgreich sein! Jesus schüttet diese Beauftragung nicht mit der Gießkanne aus („ich werbe mal möglichst viele Nachfolger, bei irgendeinem wird’s schon was bringen“), sondern er weiß ganz genau, was er tut.
2. Jesus gebietet nicht Erfolg, sondern Liebe. „Das gebiete ich Euch…“, sagt er – und dann kommt nicht das Fruchtbringen an sich, sondern „dass ihr euch untereinander liebt“. Das „Fruchtbringen“, der Erfolg seiner Nachfolger – Jesus setzt ihn fast selbstverständlich voraus. Es ist seine Verantwortung. Bemühen müssen sich die Nachfolger von Jesus nicht um ihren geistlichen Erfolg – dafür aber um die innere Haltung, mit der sie zu Werke gehen. „Dass Ihr euch untereinander liebt“ – das ist nicht Zusatzangebot im Reich Gottes sondern Kernkompetenz. Der ganze Kontext von Johannes 15 ist durchtränkt davon. Im Reich Gottes heiligt der Zweck niemals die Mittel.
3. Nachfolger von Jesus sind nicht Knechte, sondern Freunde. Ein Knecht tut das was er soll, seine Pflicht und Schuldigkeit, nicht mehr. Keine Frage – das sollen Christen auch, die für sich in Anspruch nehmen zu Christus zu gehören. Aber ihr Verhältnis zu Jesus ist mehr: Sie sind Freunde. Und deshalb informiert über das, was Jesus wichtig ist. Jesus teilt seinen Freunden nicht nur eine Beauftragung mit, sondern auch seine konkreten Absichten. Ohne Vorbehalte: „Alles was ich von meinem Vater gehört habe…“. Wie oft fragen wir uns das, die wir Jesus nachfolgen: Was hat Gott vor? Und Jesus sagt hier: Ich möchte euch da einbeziehen! Rechnen wir damit?
Also: Macht Jesus erfolgreich?
Es kommt darauf  an. Auf jeden Fall beruft er Christen mit voller Absicht in das Leben in seinem Namen. Und er gebietet die innere Haltung, in der sie miteinander unterwegs sein sollen. Und er bezieht sie als Freunde in seine Pläne mit ein.

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