Eigentlich wissen wir die wichtigen Dinge des Leben. Wir tun sie nur nicht. Weil wir sie durch Angst, Ablenkung oder eingefahrene Gewohnheiten in den Hintergrund unseres Bewusstseins geschoben haben. Da liegen sie dann im Winterschlaf, bis jemand kommt und uns die einfachen Wahrheiten neu vor Augen führt.

Wie zum Beispiel der Autor und Psychologe Henry Cloud in seinem Buch „9 Things a Leader must do„. Eigentlich alles klar, eigentlich alles selbstverständlich, eigentlich nicht der Rede wert. Wie kann man das nur als Buch vermarkten?

Und doch tun wir sie eher selten und nicht wirklich konsequent, diese „9 Dinge“:

  1. Das Innere ausgraben. Leiter schaffen einen offenen Zugang zu ihren Träumen und ihren Ängsten. Sie lassen nicht zu, dass ihr Herz und ihre Seele durch andere Dinge im Leben verschüttet werden.
  2. Den faulen Zahn ziehen. Leiter lassen nicht zu, dass negative Dinge einen wesentlichen Platz in ihrem Leben einnehmen. Die posititven Dinge nehmen schon genug Zeit und Energie in Anspruch.
  3. Den Film bis zu Ende abspielen. Leiter haben im Blick, in welche Zukunft eine heutige Entscheidung führen wird. Das Endziel ist wichtiger als die kurzfristige Befriedigung.
  4. Etwas tun. Leiter lassen sich nicht in die Opferrolle drücken. Unabhängig davon, wessen Schuld eine kritische Situation ist – Leiter behalten die Initiative in der Hand.
  5. Kleine Schritte gehen. Leiter wissen, dass auch große glänzende Erfolge meistens nur in vielen kleinen, mühsamen Schritten zu haben sind. Wer immer alles gleich und sofort erreichen will, wird nirgendwo ankommen.
  6. Die richtigen Dinge hassen. Leiter haben einen klaren Blick für Defizite und Zustände, die nicht so bleiben können. Dieser Blick ist ein wichtiger Motor für die positive Entwicklung des eigenen Charakters.
  7. Mehr zurückgeben. Leiter horten nicht Erfahrungen, Gefallen, Wissen, Macht – sie geben anderen mehr zurück, als sie selbst bekommen haben.
  8. Demütig sein. Leiter versuchen nicht, mehr zu sein als was sie sind. Wenn jemand scheitert, begegnen sie dem Betreffenden mit Verständnis, weil sie wissen, dass auch in ihrem eigenen Leben Scheitern Teil des Lernens und des Lebens ist.
  9. Keine Angst vor anderen.Leiter treffen Entscheidungen nicht aus Angst davor, was „die anderen“ sagen könnten, werden oder tatsächlich sagen.

Das alles hätte meine Oma mir auch sagen können (vielleicht hat es dir deine Oma ja gesagt). Und dennoch braucht es manchmal einen Anstoß, diese so selbstverständlichen Dinge aus dem Winterschlaf in meinem Hinterkopf wieder aufzuwecken. Vielleicht einen Anstoß, wie das Buch von Henry Cloud.

Oder dieser Blogbeitrag.