How do you like my living?

Bin heute morgen hinter einem Krankentransport hergefahren. Hinten ein Aufkleber: „Fahrstil OK?“ und dann eine Telefonnummer. Was doch so alles aus Amerika zu uns rüberschwappt: „How do you like my driving“ auf Deutsch… Ich dachte noch: „Da ruft doch nie jemand an“ – da wechselte der Transporter die Spur ohne zu blinken.  „Welche Nummer ist das nochmal?“ – war eine Zehntelsekunde lang versucht, die Nummer in mein Handy einzutippen und mich zu beschweren.

Was wäre eigentlich wenn das Bodenpersonal Gottes mit einem Aufkleber herumlaufen würde? Lebensstil OK? How do you like my living?

Soweit ich da von mir auf andere schließen darf, gäbe es schon genug Anlässe für meine Mitmenschen, ab und zu zum Handy zu greifen und anzurufen. Die meisten Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wie glaub-würdig Christen leben. Wie gut Anspruch und Wirklichkeit zusammen passen.

Natürlich geht es bei der Nachfolge Jesu nicht in erster Linie darum, möglichst keinen Anstoß zu erregen, äußerlich eine weiße Weste vorzuzeigen, die Anzahl der Beschwerden zu minimieren. Jesus selbst ist da ein gutes Gegenbeispiel. Und doch ist mir oft viel zu selten bewusst, dass ich mein Leben, Gedanken, Entscheidungen, Unterlassungen usw. eines Tages vor meinem Herrn werde verantworten müssen.

Aber sein Anruf ist der einzige, der wirklich zählt.

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Gottes gute Vorsätze

Die Jahreslosung 2008 ist für eine Menge zweiter Blicke und Gedanken gut:

Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Das sagt Jesus zu seinen Nachfolgern in Johannes 14, 19. Ihr sollt leben – genau das wollen wir doch alle: Erfüllung. Leben. „Ihr sollt leben“, das bedeutet: Gott ist nicht der kosmische Spielverderber. Er meint es wirklich gut. Er weiß, wie das Leben funktioniert. Er will, dass wir „Leben zur vollen Genüge“ haben (Johannes 10,10). Gott ist absolut für uns – aber eben nicht zu unseren Bedingungen. Das ist nicht lieferbar.

Wenn Gott tot wäre, wäre der Glaube eine Erinnerungszeremonie an Historie und Traditionen und wir müssten uns selber erfülltes Leben besorgen („Lasst uns essen und trinken denn morgen sind wir tot“) – das würden wir aber nicht finden , daran lassen ganze biblische Bücher wie Prediger („alles ist Jagd nach Wind“) wie auch die praktische Erprobung keinen Zweifel.

Aber nun ist Jesus auferstanden und lebt – und deshalb hat das Versprechen Gottes Substanz, Glaubwürdigkeit. Und es „glänzt“: Ihr sollt leben. Wie ich, so sollt auch ihr leben. So wie ich, so reich, so erfüllt, so herrlich wie ich: Nicht „keine Fehler machen“, nicht „religiös sein“, sondern Leben des Schöpfers aus-leben: Freiheit, Gaben entwickeln, wachsen, feiern, lachen – positiv eben.

Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Ein guter Vorsatz Gottes für 2008, zu unseren Gunsten. Und im Gegensatz zu mir hält Gott seine guten Vorsätze ein.

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Stärken Leben

Management-Guru Peter Drucker hat den Satz geprägt:

Feed the opportunities and starve the problems.

Irgendwie muss ich ihm recht geben: Wie oft drehen, ja kreisen wir um unsere Schwachstellen und immer wiederkehrenden Probleme? Und lassen dabei unsere persönlichen Stärken „verhungern“- dabei sind wir viel produktiver, kreativer, leistungsfähiger, zufriedener, effektiver, … wenn wir in unsere Stärken investieren.

Wer sich vor allem um seine Schwächen kümmert, wird wahrscheinlich große Fehler vermeiden. Wer vor allem seine Stärken in die Waagschale wirft, wird wahrscheinlich große Veränderungen bewirken. Auch im Reich Gottes – finde ich. Warum sonst sollte Paulus immer wieder dazu motivieren, die vom Heiligen Geist verliehenen Begabungen auch einzusetzen und zu entwickeln? Was wäre das für ein Evangelist, der seine Zeit in Seminaren „Wie werde ich ein besserer Buchhalter“ verbringt?

Eine relativ spannende Hilfe beim Entdecken meiner persönlichen Stärken fand ich das Buch „Strengths Finder 2.0“ von Tom Rath. Dem (säkularen) Buch liegt ein Gallup-Forschungsprojekt zu Grunde, das persönliche Stärken in 34 Themenfeldern zusammenfasst. Das Ganze ist deutlich differenzierter als z.B. ein DISG-Profil und ist auch ziemlich anders als die üblichen christlichen Gabentests. Nachdem man eine Einführung in die Idee „Investiere in deine Stärken“ gelesen hat, kann man mit dem im Buch enthaltenen Freischaltcode einen (englischen) Online-Persönlichkeitstest absolvieren und bekommt 177 Fragen später eine ausführliche Auswertung mit seinen Top 5-Stärken geliefert. Komplett mit Anregungen zum Weiterdenken, wie man das in den Berufsalltag einfließen lassen könnte. Geht mit der Gemeinde natürlich entsprechend.

Das Buch liefert keine fertigen Rezepte aber eine Menge Klarheit über die eigenen Stärken und macht Mut, bewusst in diese Stärken zu investieren.

Fazit: Ausprobieren!

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