Lauf-Zeit

Wurde heute im Auto von einem Jogger überholt. Ich stand an einer Ampel im Stau, und da lief er vorbei: Gleichmäßig trabend, locker, sportlich federnd… und dünn. Sehr dünn.

„Warum joggt der eigentlich, der hat es doch offensichtlich gar nicht nötig“ – mein erster Gedanke. Und dann hat er sich plötzlich herumgedreht, der Gedanke: „Genau deshalb ist er wohl so dünn, weil er regelmäßig joggt“. Für den fleißigen Läufer war Joggen kein einmaliges Mittel, um einmalig etwas zu schaffen. Sondern eine regelmäßige Gewohnheit, um jemand zu sein.

Viel zu oft sind wir vermutlich damit beschäftigt, uns anzustrengen um ein gestecktes Ziel zu erreichen – und vieles davon geschieht ja auch bewusst im Namen Gottes, um sein Reich zu bauen. Aber zumindest in meiner ganz persönlichen geistlichen Entwicklung – geht es da nicht viel mehr darum, wer ich werde?

Die Lauf-Zeit eines Christen reicht bis zum letzten Atemzug. Dann, wenn wir „den Lauf vollendet“ haben werden, wie Paulus das einmal beschreibt. Ich möchte sie neu entdecken und wertschätzen, „Heilige Gewohnheiten“ im Leben mit Jesus. Nicht um ein definiertes strategisches Ziel zu erreichen. Sondern um auf lange Sicht die Person zu werden, die ein klein bisschen mehr als heute so ist wie Jesus.

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Faustformel

Manchmal muss man schnell und instinktiv reagieren. Wie schafft man es, die einfachen, schnellen, alltäglichen Entscheidungen in einer Weise zu treffen, die Gott ehren – ohne zuerst ein langes Bibelstudium machen zu müssen?

Zum einen sicher, indem man sich tatsächlich und ohnehin lange der Bibel aussetzt. Und dann in der speziellen Situation sozusagen „imprägniert“ ist mit der Weisheit Gottes. Darüber hinaus kann ich mir eine Erinnerungshilfe zulegen. Was für die einen ein „What would Jesus do“-Armband ist, könnte für mich eine knappe aber praxisnahe Formulierung aus Micha 6,8 werden, die gut ausdrückt, um welche innere Haltung es Gott geht:

Haltet euch an das Recht, begegnet anderen mit Güte, und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott!

Was für eine Faustformel.

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Party für Sünder

Heute ist Buß- und Bettag, Feiertag nur im Bundesland Sachsen. Beten mag noch gehen – aber Buße mögen wir irgendwie nicht. Selbst wenn wir zu Jesus gehören und er „für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist“ – diese Tatsache bleibt leider oft – viel zu oft – eine für richtig gehaltene theologische Tatsache. Gute Gefühle macht es uns nicht wirklich.

Warum reden wir eigentlich so ungern über Buße, tun so als „dürfe Sünde eigentlich nicht sein“ – obwohl im Himmel jedesmal eine Party steigt, wenn ein Sünder umkehrt? Ist das denn anders, wenn einer der zu Jesus gehört, eine Sünde bekennt und an einer Stelle seines Lebens wieder reinen Tisch macht mit seinem Herrn?

Ich wünsche mir das für mich und für unsere Gemeinden – dass wir wieder lernen, Buße positiv zu sehen. Seinen eigenen Macken ins Gesicht zu sehen tut weh. Aber ihre Vergebung – die sollten wir feiern lernen!

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