Keine heiligen Helden

“Du musst dich durchsetzen”, bläut der Vater seinem Sohn ein, der nach der ersten Schulhofschlägerei heulend nach Hause kommt. Und so geht es weiter, im Beruf, in der Politik … unsere ganze Welt ist getaucht in die Überzeugung, dass der Starke gewinnt und der Schwache verliert.

Und bei Gott? Gibt es „heilige Helden“ – oder gelten bei Gott andere Gesetzmäßigkeiten?

Der Apostel Paulus hat sich vor knapp 2.000 Jahren dazu geäußert in einem Brief an Christen in Korinth. Paulus war ein bekannter Typ, der viel bewegt hatte. Also ein durchsetzungsstarker, heiliger Held? Keineswegs – denn Paulus war mit Niederlagen und Rückschlägen sehr vertraut:

Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren – so Paulus wörtlich (2. Korinther 2,10) – dass ich wegen Christus mit Schwachheiten leben und Misshandlungen, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss.

Ich bin als Christ nicht besser dran als andere, sagt Paulus. Im Gegenteil: Manche Schwierigkeiten muss ich ertragen, gerade weil ich Christus nachfolge in einer Gesellschaft, die dafür nicht viel übrig hat. Aber mitten in dieser Schwachheit erlebe ich eine von Gott geschenkte innere Stärke:

Gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark. Denn, so Paulus: Die Kraft von Christus wohnt in mir.

Christen sind also nicht aus sich selbst heraus die Stärksten, die Klügsten oder die Mächtigsten . Aber sie sind die, in denen die Kraft von Christus wohnt. Mitten in allen Schwierigkeiten.

Auf diese Kraft will ich heute neu vertrauen.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Streitkultur und Corona-Krise

„Zeit für eine neue Streitkultur“ – so heißt die Kampagne, die wir vor 14 Tagen bei ERF Medien gestartet haben. Mittlerweile haben sich rund 2.800 Menschen als Unterzeichner unserer Online-Petition hinter dieses Anlagen gestellt.

Deutschland und die umliegenden Länder fahren in diesen Tagen das öffentliche Leben herunter, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und die besonders Gefährdeten unter uns zu schützen. In vielen Medien ist „Corona“ Thema Nummer eins. Ist das Thema „Streitkultur“ da überhaupt noch relevant? Wir sagen: Nein und Ja.

Natürlich stehen viele Menschen, Arbeitnehmer, Vereine, Kirchengemeinden und Arbeitgeber in diesen Tagen vor der Herausforderung, den eigenen Alltag in einer unerwarteten und sich dynamisch entwickelnden Situation anzupassen. Menschen haben vordergründig dringendere Fragen als die Kultur unseres Umgangs.

Aber es ist heute völlig offen, wie sich diese Krise auf unser Miteinander langfristig auswirken wird. Ob wir sie als Chance nutzen, aggressive Polarisierungen zu überwinden und als Gesellschaft zu einem neuen „Wir“ zusammenzufinden. Oder ob Menschen, die Angst haben und verunsichert sind, sich in Anderen Sündenböcke und Ventile suchen. Frühere Krisen haben stets menschliche Größe genauso zum Vorschein gebracht wie unmenschliche Niedertracht.

Bereits in dieser Woche sind die ersten Fake News zum Corona-Virus durch die deutschsprachigen sozialen Medien gegeistert und die ersten Verschwörungstheorien. Unter deren Verbreitern finden sich meiner Beobachtung nach auch Christen. Dabei sind es Besonnenheit und ja, auch Gottvertrauen, die uns allen heute im Miteinander weiter helfen.

Deshalb lassen Sie uns dranbleiben am Thema „Streitkultur“:

  • Nutzen Sie die vielen kostenlosen Ressourcen unter www.erf.de/streitkultur, um mehr über einen guten Umgang mit Konflikten im persönlichen Umfeld zu erfahren.
  • Teilen Sie unser gemeinsames Anliegen elektronisch, in dem Sie den Link www.erf.de/streitkultur weiterempfehlen.
  • Laden Sie unser neues DIN A4 Plakat zum Ausdrucken herunter und machen Sie die Kampagne offline dort bekannt, wo Sie trotz gestrichener Veranstaltungen noch sinnvolle Möglichkeiten dafür sehen: www.erf.de/download/erfmedien/petition/Plakat_A4.pdf

Ich bin überzeugt: Engagement für eine bessere Streitkultur im Namen Jesu lohnt sich für uns alle. Danke an alle, die sich gerade auch in diesen Tagen mit dafür einsetzen.

Bleiben Sie behütet!

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Welt auf dem Kopf

Woher weiß ich eigentlich, dass es Gott wirklich gibt? Dass er in meinen Alltag hinein wirkt?

Hinter solchen Fragen steht eine klare Erwartung: Wenn es Gott wirklich gibt – den Gott, von dem ich in der Bibel lese und von dem die Christen reden – dann ist das keine Theorie. Dann muss das einen spürbaren Unterschied in meinem Leben machen. Vielleicht nicht in jedem Alltagsmoment. Aber wenn es Gott wirklich gibt, dann muss die Begegnung mit ihm das Zeug dazu haben, ein Stück meiner Welt auf den Kopf zu stellen.

Vielleicht finden Sie diese Erwartung überzogen. Aber sie ist nicht neu. Da gab es zum Beispiel vor 2.000 Jahren eine Gruppe von Menschen, die sich danach sehnten, Gottes Wirken zu erleben. Eines Tages trafen sie Jesus. Sie erlebten wie er redet, wie er handelt, und sie fragten sich: Hören wir hier Gott reden? Sehen wir hier Gott handeln?

Sie fragten Jesus auf den Kopf zu – und bekamen von ihm die klare Antwort, die Auge aufzumachen: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird Gottes gute Botschaft verkündet. (Matthäus 11,5)

Macht die Augen auf, sagt Jesus: Ich stelle eure Welt auf den Kopf. Aus Blindheit wird Sehen, aus Krankheit wird Heilung, aus Sterben wird Leben, aus Armut wird Hoffnung!

Klar – Gott ist heute nicht als anfassbarer Mensch auf dieser Erde unterwegs. Aber auch heute noch stellt er meine Welt auf den Kopf. Nicht jeden Tag, aber immer wieder. Nicht weniger will ich von diesem Gott erwarten – auch heute.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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