Vertrauen first

„Ich würde ja an Gott glauben, wenn… ja wenn er sich mir zeigen würde, ohne jeden Zweifel“. Falls Gott auftaucht, überlege ich mir, ob ich mich auf ihn einlasse. Bis dahin – muss ich mir selber helfen. Viele Menschen gehen so mit der Gottesfrage um. Vielleicht nicht in einer bewussten Entscheidung, aber in unbewussten Gedanken.

Ich kann das gut verstehen. Ich habe auch mal so mein Verhältnis zu Gott gedacht.

Und ganz ehrlich: Auch fromme, gläubige Menschen leben im Alltag manchmal so, als gäbe es Gott nicht wirklich. (mehr …)

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Traue keinem Video

Als Mediennutzer haben wir seit vielen Jahren gelernt: Bilder kann man fälschen („photoshoppen“), Videos besitzen mehr Beweiskraft. Diese Zeiten sind jetzt vorbei.

KI-Algorithmen sind inzwischen so leistungsfähig geworden, dass man z.B. mit einer Software namens FakeApp auf einem halbwegs modernen Smartphone problemlos Gesichter in Videos austauschen kann. Zum Beispiel um öffentlichen Personen Aussagen unterzuschieben, die sie in Wahrheit nie von sich gegeben haben.

Ein eindrucksvolles Beispiel für diese „Deepfake“ genannte Technik liefert Jordan Peele mit einem Video, in dem Ex-US-Präsident Barak Obama seinen Nachfolger vulgär beleidigt (was er öffentlich wohl kaum tun würde).

Das Ergebnis sieht täuschend echt aus und ist auf den ersten Blick nicht von einer Originalaufnahme zu unterscheiden:

Man braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass auf diese Weise bekannte Politiker, Schauspieler oder Sportler ohne ihr Wissen zu Gallionsfiguren von Hetzkampagnen zu machen sind.

Wird uns „Deepfake“ den gesellschaftlichen Boden objektiver Wahrheit noch weiter unter den Füßen wegziehen? Glauben wir künftig nur noch, was wir selbst nachprüfen können? Oder glauben wir, das wir einfach überhaupt nichts mehr glauben können?

Wenn Vertrauen die Währung einer menschlichen Gemeinschaft ist – dann erleben wir mit „Deepfake“ gerade ein weiteres Stück Inflation.

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