König in der Klemme

Manchmal fühle ich mich in der Klemme. Sie wissen schon: Man sieht den Ausgang nicht, und egal was man tut, man kommt aus der Situation nicht raus. Auch der alttestamentliche König David wusste, was es heißt, in der Klemme zu sein. Er hat sogar Lieder darüber geschrieben. Die Liedtexte finden Sie noch heute in jeder Bibel – in den Psalmen.

Psalm 57 zum Beispiel. Den hat David geschrieben, als er noch gar kein König war und sich in einer Höhle versteckt hatte. Das war nötig, weil der amtierende König Saul ihm nach dem Leben trachtete. Könige mögen wohl keine Konkurrenz.

David saß also in seiner Höhle, und der mächtigste Mann des Landes war auf der Suche nach ihm, seine Armee inklusive. Wenn das keine Klemme ist!

Während David also in seiner Höhle sitzt, formuliert er einen innigen Wunsch an Gott. Nachzulesen bis heute in Psalm 57 Vers 4. Dort heißt es:

Gott sende seine Güte und Treue!

Gottes Güte und Gottes Treue – ich glaube, das ist genau das, was man in jeder Klemme braucht. Dass es jemand gut mit mir meint, und dass dieser jemand mich nicht alleine lässt.

David macht die Erfahrung: Genau so ist Gott. Er meint es gut mit ihm, und er lässt ihn nicht alleine. Und so ist Gott bis heute. Auch zu mir, in meiner Klemme. Und auch Ihnen wünsche ich das: Gott sende Ihnen seine Güte und seine Treue!

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Machtfrage

Wer oder was hat eigentlich die Macht, Menschen wirkliche Freiheit und wirkliche Hoffnung zu geben?

Vor 2.000 Jahren wird die Stadt Ephesus zum Schauplatz dieser Machtfrage. Ephesus ist damals eine der größten Städte des Römischen Reiches und Zentrum der Verehrung der griechischen Göttin Artemis. Viele Menschen in Ephesus glauben, dass ihr Wohl und Wehe von dieser Göttin abhängt. Deshalb kaufen viele kleine Artemis-Amulette aus Silber. Und das beschert vielen in Ephesus Macht, Einfluss und satte Gewinne.

Aber dann kommt die Gute Nachricht in die Stadt. Christen rund um den Apostel Paulus bringen den Menschen in Ephesus eine Botschaft der Freiheit: Euer Leben ist nicht von Amuletten aus Silber abhängig! Was mit Händen gemacht ist, das sind keine Götter.

Viele in Ephesus überzeugt das. Sie entscheiden sich, ihre Hoffnung nicht länger auf Amulette aus Silber zu setzen, sondern auf die einzigartigen Liebe Gottes zu allen Menschen. Es sind so viele, dass die Silberschmiede um Macht, Einfluss und Gewinne fürchten und sogar Unruhen anzetteln, die vom Bürgermeister nur mühsam unter Kontrolle gebracht werden können.

Die Gute Nachricht ist eben alles andere als harmlos. Wenn Menschen begreifen, wie gut Gott ist und in Freiheit ihre Hoffnung auf ihn setzen – dann verlieren alle anderen Einflüsse ihre Macht.

 

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Eine Milliarde Euro

Eine Milliarde Euro – so viel haben wir in Deutschland im letzten Jahr für unsere Gesundheit ausgegeben – pro Tag. So viel investieren wir als ganze Gesellschaft in den Kampf gegen das Kranksein. So wichtig ist uns die Gesundheit. Und wohl kein anderer Wunsch wird so häufig zum Geburtstag weiter gegeben wie dieser: „Hauptsache Gesundheit, das ist das Wichtigste!“. 

Ist es das? Ist Gesundheit das Wichtigste?

Ich glaube, man muss mit Krankheit und mit Kranken in Berührung kommen, um zu lernen, dass das nicht stimmt. 

„Willst du gesund werden?“, hat Jesus einmal einen chronisch Kranken gefragt. Als Antwort bekommt er eine 38 Jahre währende Leidensgeschichte zu hören. Ja, Krankheit kann die bestimmende Kraft im Leben sein. Sie bindet Zeit und Aufmerksamkeit. Sie macht es Kranken unmöglich, am Alltag so selbstverständlich und unkompliziert teilzuhaben wie Gesunde. Krankheit sperrt den Schwachen aus in einer Gesellschaft, in der der Starke seines eigenen Glückes Schmied ist. Wenn die Gesundheit weg ist, die Kraft, die Leistungsfähigkeit – was bleibt denn da noch?

Und dann hat Jesus den Kranken geheilt. Als Zeichen und als Versprechen, dass Krankheit in der Gegenwart Gottes nicht länger das Leben bestimmt. Dass Gott sich jedem Menschen zuwendet und mit jedem Menschen eine Geschichte schreibt.

Diese Gewissheit der Zuwendung Gottes habe ich erlebt, als ich neulich für längere Zeit krank war. Ich habe sie den Menschen von Herzen gewünscht, die im Krankenhaus rechts und links neben mir lagen. Und genauso allen, die sich ihrer Gesundheit erfreuen. 

Denn nicht Gesundheit ist das Wichtigste, sondern Gottes Zuwendung. Man kann sie trotz Krankheit erleben und manchmal gerade mitten in der Krankheit. Nur eines kann man nicht – sie mit Geld kaufen. Auch nicht mit einer Milliarde Euro.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Zuwendung Gottes erleben. Denn das ist das Wichtigste.

Wir bleiben in Verbindung!

 

(erschienen im Medienmagazin ERF ANTENNE 05-06/2018)

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