Wer im Geringsten treu ist, der auch im Großen treu.

Eine kurze klare knappe Feststellung, die Jesus da trifft in Lukas 16,10. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Sprengkraft enthalten diese Worte.

Sind nicht die Maßstäbe in unserer Welt genau umgekehrt? Wenn es um Leistungsfähigkeit, Kompetenz oder Wissen geht – wer von uns würde den Erfolg im Kleinen als Garantie für den Erfolg im Großen ansehen? Niemand käme auf die Idee, jemand könnte erfolgreich Häuser errichten weil er Lego bauen kann. Oder erfolgreich Bundeskanzlerin sein, weil man als Elternbeirat nicht versagt hat. Wieso schließt Jesus vom Kleinen auf das Große?

An diesem Satz wird klar: Jesus geht es nicht um Leistung, sondern um Charakter. Und Charakter entscheidet sich im Kleinen – dann, wenn kein Schweinwerfer auf mich gerichtet ist, niemand zuschaut, keine Konsequenzen kontrolliert werden. Nur wenn ich im „stillen Kämmerlein“ meines Herzens sauber mit Motiven, Wünschen und persönlicher Schuld umgehe, werde ich es auch auf der öffentlichen Plattform können. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.

Die entscheidende Frage für Jesus ist nicht: Was kann ich? Wie leistungsfähig bin ich? Sondern: Wer bin ich, wenn niemand zuschaut?