Stichwort: Wert

Ganz schön teuer

„Schau mal meine neue Uhr, die war ganz schön teuer“ – so lässt mich jemand teil haben an seiner Freude (und auch an ein bisschen Besitzerstolz) über seine neue mobile Zeiterfassungsanlage.

„Pass auf mit dem Notebook, das war ganz schön teuer“  – erinnere ich meine Kinder, wenn sie den Klapprechner selbst durch’s Wohnzimmer tragen wollen.

„Hey, Sie haben mir die ganze Stoßstange eingedrückt – das wird ganz schön teuer“ – schimpft der Autofahrer, nachdem sein Parknachbar beim Ausparken nicht so ganz bei der Sache war.

Ganz schön teuer… Wenn etwas ganz schön teuer ist, dann führt das in der Regel dazu, dass wir besonders staunen, besonders wachsam sind oder auch besonders zornig.

In der Bibel ist einmal die Rede davon, dass nicht nur Sachen „ganz schön teuer“ sein können, sondern auch Menschen:

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte! (1. Korinther 7,23)

Der diesen Satz formuliert hat – Paulus – erinnert Christen daran, dass es über allen menschlichen Erwartungen, Begrenzungen und Sehnsüchte noch einen Gott gibt, der sie „gekauft“ hat. Der einen Preis dafür bezahlt hat, dass sie zu ihm gehören. Der in Jesus Christus Mensch geworden ist, gestorben und auferstanden ist, damit Menschen wieder zu Gott gehören können, um wahrhaft frei zu leben. Und nicht geknechtet zu werden – von dem, was andere von mir erwarten. Oder ich selbst.

„Ich bin teuer erkauft“ – für Menschen, die das wissen, bedeutet das: Gott zeigt uns stolz herum („schau mal, hab ich erkauft, ganz schön teuer“). Gott geht wachsam mit uns um („Hey, aufpassen, Engel! Er/Sie war ganz schön teuer!“). Gott ist um unseretwillen zornig, wenn andere uns Unrecht antun oder wir dabei sind uns selbst zu zerstören.

Falls du dich an dieser Stelle von der Bibel angesprochen weißt – fühlst du dich eigentlich „ganz schön teuer“? Ich oft nicht. Es ist oft nicht „selbst-verständlich“ und nicht „offen-sichtlich“. Aber gerade dann fordert uns Gott heraus, es neu zu lesen, zu hören, zu begreifen… zu glauben: Du bist teuer erkauft.

Du bist ganz schön teuer!

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Wo klopfst du?

Menschen sind Klopfer. Jeder von uns. Wir alle.

Wir klopfen auf den Tisch, um unserer Meinung besondere Durchschlagskraft zu verschaffen.
Wir klopfen Vereinbarungen fest, damit sie sich im Alltagsgewusel nicht wieder losrütteln.
Wir klopfen auf den Busch, um jemanden zu einer Reaktion zu provozieren.
Wir klopfen uns auf den Oberschenkel, wenn wir etwas besonders lustig finden (oder wenn wir am Lagerfeuer „We will rock you“ von Queen nachgrölen).

Wir klopfen jemand anderem auf die Schulter, wenn wir finden dass er oder sie etwas gut gemacht hat. Manchmal sind wir es selbst, die sich auf die Schulter klopfen.

Bei den meisten Menschen bleibt es beim „manchmal“ – zum Glück. Aber jeder von uns kennt Männer und Frauen, die sich bei jeder passenden (oder unpassenden) Gelegenheit selbst auf die Schulter klopfen. Bei diesen „Klopfern“ schwingt zwischen den Zeilen immer ein „ich bin gut“ mit. Genauer gesagt: Ein „bin ich nicht gut?“. So erfolgreich, souverän und von sich selbst eingenommen mancher auch scheint, ganz tief innen ruft ein kleines Kind nach Anerkennung.

Anerkennung – vielleicht wurde sie den einem Klopfer von einem harten oder abwesenden Vater vorenthalten. Vielleicht ist sie aus dem Blick geraten durch Lebenskrisen und eine Reihe falscher Entscheidungen. Vielleicht…

Sicher ist: Gott spricht zu dem Kind ganz tief innen. Gott spricht Wert zu. Gott spricht Anerkennung zu, um Jesu Willen, nabhängig von einer nach außen sichtbaren Leistung. Alles was es braucht, um Gottes Reden zu hören, ist Klopfen. Nicht das Klopfen auf die eigene Schulter. Sondern das Klopfen an die Tür zum Herz Gottes. Jesus hat seinen Freunden einmal versprochen (Matthäus 7,7):

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Die Frage ist: Wo klopfst du? Du kannst nur eins von beiden – dir auf die eigene Schulter klopfen und mit deiner eigenen Leistung stehen und fallen. Oder an die Tür zum Herz Gottes klopfen. Und erleben, wie das Versprechen von Jesus an dich war wird: Gott macht dir die Tür zu seinem Herzen auf. Er spricht dir Wert zu. Er gibt dir Anerkennung.

Eigene Schulter oder Tür zum Herz Gottes – du kannst nur an eine Stelle klopfen. Wo klopfst du?

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