Stichwort: Beziehung

Gott lässt dich nicht zurück

Wenn jemandem etwas Gutes widerfährt… dann möchte ich nicht zurück bleiben.

Das war schon immer so: Wenn mein Bruder früher vom Kuchenteig naschen durfte, dann wollte ich auch. Wenn ein Klassenkamerad seine Hausaufgaben erlassen bekam, dann wollte ich auch. Wenn ein anderer aus dem Führerscheinkurs auf die Autobahn durfte, dann wollte ich auch.

Wenn jemandem etwas Gutes widerfährt… dann möchte ich nicht zurück bleiben.

Es scheint, als würde in allen Menschen eine Sehnsucht wohnen, das Gute nicht nur von außen zu beobachten, sondern darin einzutauchen. Das Gute ganz persönlich zu erleben, maßgeschneidert, ja selbst Teil des Guten zu werden.

So betet der Dichter von Psalm 106 im Hinblick auf Gottes Hilfe für das Volk Israel: Denke an mich, Herr, wenn du dich deinem Volk gnädig zuwendest – wenn du ihnen hilfst, dann hilf auch mir!

Wenn Gott seinem Volk etwas Gutes widerfahren lässt… dann möchte der Psalmdichter nicht zurück bleiben. Ich kann ihn gut verstehen.  Wenn Gott wirklich Leben zum Guten verändert, dann möchte ich das mit eigenen Augen sehen, wie es in Psalm 106 weiter heißt. Mich mitfreuen und gemeinsam mit anderen dankbar sein, mit diesem Gott durch das Leben gehen zu können.

Gottes Gnade ist anders als der Kuchenteig meiner Kindheit: Sie ist immer groß genug, dass auch für mich noch mehr als genug davon da ist. Mein Gott lässt mich nicht zurück.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Warum es gut ist, Gott anzuschreien

Hast du Gott schon einmal angeschrien? So richtig laut, aus tiefster Seele, mit voller Kraft?

Gott hält das aus – und manchmal halten Menschen ihre Situation nur aus, wenn sie Gott ihr ganzes Herz ausschütten können. Mit allen Gefühlen, aller Verzweiflung und allen Fragen.

Der alttestamentliche König David hat das getan, und hinterher sogar ein Lied darüber geschrieben – Psalm 31. Verfolgt von politischen Gegnern, verleumdet in der Öffentlichkeit, wendet er sich an den Einzigen, der ihm noch geblieben ist. Er betet zu Gott:

Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. (Psalm 31,23)

David war verzagt – und er steht dazu. An Gott zu glauben, bedeutet nicht, allen Stürmen des Lebens immer mutig und heldenhaft zu trotzen. David fühlt sich von Gott verlassen, „von seinen Augen verstoßen“ – weiß Gott etwa nicht, wie es ihm gerade ergeht? An Gott zu glauben bedeutet nicht, sich seiner Nähe immer zweifelsfrei sicher zu sein. David schreit seine Angst heraus. Seine Verlassenheit. Sein Verlangen nach Gottes Eingreifen. Seine Sehnsucht nach Gottes Nähe. David schreit zu Gott – und Gott hält das aus.

Gott hält es aus, wenn wir ihm unser Herz ausschütten. Mit allen Gefühlen, aller Verzweiflung und allen Fragen. Manchmal ist genau das die Wende zum Guten.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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Treue, Gerechtigkeit und Borussia Dortmund

Bleibt Jogi Löw Bundestrainer? Würde sich Borussia Dortmund von Trainer Jürgen Klopp trennen? Ist es gerecht, wenn Real Madrid für Gareth Bale die Rekord-Ablöse von 100 Millionen Euro bezahlt? Manchmal hat man den Eindruck, Fußball ist Beziehungssache. Und wie in jeder Beziehung geht es auch in den großen Fußballfragen um Treue und Gerechtigkeit.

Treue und Gerechtigkeit – das wünschen sich junge Leute heute für ihre Beziehungen. Auch nach den rasanten Veränderungen unseres Alltags und unseres Lebensstils hat sich das nicht gegenüber früheren Zeiten geändert. Ich wünsche mir jedenfalls für die Beziehungen meines Lebens, dass andere mir treu sind. Und mich gerecht behandeln. Und gleichzeitig muss ich mir eingestehen: Ich bin anderen gegenüber nicht immer treu. Ich gehe mit anderen nicht immer gerecht um.

Wie gut, dass Gott da anders ist. Von seinem Volk Israel hat er einmal gesagt: Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit (Sacharja 8,8). Ich erkenne euer Bedürfnis nach Treue, sagt Gott. Ich weiß um eure Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Und auch wenn ihr als Menschen selbst nicht immer treu seid und nicht immer gerecht – ihr sollt trotzdem zu mir gehören. Ihr sollt trotzdem mein Volk sein. Und ich will euer Gott sein.

Weil Gott kein Mensch ist, ist er wahrhaft treu. Und wahrhaft gerecht. Das ist die Basis der Beziehung zwischen Gott und Menschen.

Er hat versprochen, dass wir uns auf seine Treue und seine Gerechtigkeit immer verlassen können. Diese Qualität von Beziehung möchte Gott bis heute – für jeden, der sich nach Gottes Treue und Gerechtigkeit sehnt. Der sich auf diesen Gott einlässt.

Versprochen.

(erschienen in der Sendereihe Anstoß bei ERF Plus)

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